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ENCHEIRESIS NATURAE
Wortes zu machen, und die in dieser Richtung betriebeneChemie spotte unbewußt ihrer selbst und erscheine lächerlich.Er gibt jedoch zu, „daß damit eine Deutung, auf was die Stellesich eigentlich beziehe, noch nicht genügend gegeben sei", denn„Encheiresis Naturae" in dem hiernach bei Goethe voraus-zusetzenden Sinne ,,des in die Hand Bekommens, des ganzeigentlichen Begreifens" ist in keiner chemischen Schrift „wederfür dieses Streben selbst, noch für die Bearbeitung der so ge-stellten Aufgabe" nachzuweisen.
Encheria oder Enchirisis entspricht nach Kopp nichtgenau der eigentlichen Bedeutung von iy/eiptu oder ty/ewim g(Einhändigung, Überlieferung), und ist ein seltener Kunst-ausdruck, ebenso wie das verwandte Encheiresis, iyxttQWi(das Angreifen oder Anfassen, die Behandlungsart). Als ersteschemisches Werk, das dieses Wort gebraucht, bezeichnet Koppdie „Alchemia" des Libavius von 1595: 1 die Alchemie, sosagt dieser Autor, zerfällt in zwei Teile, die Encheria und dieChymia, und zwar handelt die erstere „de operationum modis",d. h. über die Lehre von den Handgriffen und von der manu-ellen Behandlungsweise, und die letztere „de speciebus....quae per operationes .... in Enchirisi expositas conficiuntur",d. h. über die Präparate, die man vermöge der in der Hand-grifflehre erörterten Operationen darstellt. Einige weitere Be-legstellen hat Kopp noch aus folgenden, nach 1600 erschienenalchemistischen und chemischen Schriften angemerkt: Im„Mimdus subterraneus" von 1664 sagt Athanasius Kircher 2„revertemur ad enchirisin", d. h. „reden wir aber weiter vonder Behandlungsart"; 1684 spricht der berühmte Stahl vonder Zerlegung der Körper in Grundstoffe „per enchireses adhucnotas", durch die bisher bekannten Operationen"; 1705 erklärtFr. Hofmann das Gelingen eines Experimentes abhängig von
1 Siehe auch Kopp, „Geschichte der Chemie" (Braunschweig 1844,Bd. 2, S. 11) und Hiortdahl, „Fremstilling af Kemiens Historie" (Kristiana
1906, Bd. 1, S. 68). 2 üb. 11, sect. 2, cap. 4.