ZUM HUNDERTJÄHR. JUBILÄUM DES VAKUUM-APPARATES 437
Die Verfasser berichten, daß jetzt fast alle Fabriken derMagdeburger und Braunschweiger Gegend ihre Vakuen Roth-scher oder sonstiger Konstruktion, durch Ortlepp in Magde-burg und durch andere tüchtige Kupferschmiede, in richtigeHo ward sehe hätten umwandeln lassen, die teils nasse, teilstrockene Luftpumpen besäßen (letztere u. a. nach EntwurfSchattens), und in denen man auch schönes Korn kochenkönne; 1 aber die kommende Kampagne 1850/51 werde auchnoch über den Wert einer völlig neuen, sehr wichtigen Er-findung Tischbeins entscheiden, von dessen mit Rückdampfgeheizten, je zwei Körper nebst einem Vakuum umfassendenSiede- und Kochapparaten, die Buckauer Maschinenfabrik10 Stück in Arbeit habe; da bei einer Vorprobe in der Freise-schen Fabrik zu Magdeburg, trotz ungünstiger Umstände,50°/ o Steinkohle erspart wurden, dürfte man die besten Er-wartungen hegen. 2
Wie glänzend sich diese Hoffnungen seit 1850 erfüllten,namentlich nach dem Eingreifen Roberts, — vermöge dessenVerbesserungen auch in Frankreich die von Pecqueur ein-geführten Rillieux-Apparate erst in richtigen Gang gebrachtwerden konnten 3 —, ist allgemein bekannt; die vorliegendeDarstellung soll jedoch mit dem Jahre 1850 ihren Abschlußfinden, während betreff der ferneren Gestaltungen auf die Fest-schrift: „Die Entwicklung der deutschen Zuckerindustrie von1850—1900" verwiesen sei. —
Nur langsam und allmählich, wie alle die reformatorischenGedanken Howards, hat sich auch der des Kochens in derLuftleere Bahn gebrochen, zunächst auf dem Gebiete derKolonialzuckerveredlung, sodann auf jenem der kolonialen Roh-zuckererzeugung, schließlich auch auf dem der Rübenzucker-Fabrikation und -Raffination: im Beginne angefeindet vom
1 Otto-Siemens, S. 678, 688, 690, 693, 695, 864. 2 ebd., S. 692ff.;
auf S. 645 ist von einer solchen Verdampfung des Dünnsaftes noch nicht
die Rede. 3 Helot, S. 73.