ZUM HUNDERTJÄHR. JUBILÄUM DES VAKUUM-APPARATES 429
„Einem schon im Patente Derosnes (recte Degrands) von1835 erwähnten Gedanken gemäß" durchstrich der direkteDampf hintereinander die Heizsysteme des ersten undzweiten Körpers, welcher Letztere allein unter Luftleerestand; die bedenklichen Folgen dieser Anordnung waren, nachLeon, erhebliche Karamelisierung und starke Abscheidung vonNiederschlägen im ersten Körper, durch die zahlreiche Stö-rungen des Betriebes fast unausbleiblich wurden. 1
An diesem Punkte setzten nun die Bestrebungen Rillieuxsein, eines in Louisiana französischem Blute entsprossenenIngenieurs, der seine Ausbildung in Paris empfangen, beiPecqueur gearbeitet, und sich auch mit den Ideen Degrandsbekannt gemacht hatte. 2 Im „Dokument Nr. 177" des United-States-Patent-Office erwähnt Price 1844 das neue, von Ril-lieux erdachte, und von Packwood soeben in seiner FabrikMyrtlegrove in Louisiana zuerst eingeführte Verfahren, wobeier sowohl der Methode als auch des Erfinders mit hohem Lobegedenkt; 3 im Dokument Nr. 78 kündigt dann Rillieux selbstan, 4 sein neuer Apparat werde nunmehr von Merrick undTowne in drei Größen erbaut, die täglich 30, 60, oder 90 dzZucker lieferten, und die Garantieen erstreckten sich auf dieErsparnis von 66% Kohle, sowie auf die Mehrgewinnung von40% Zucker, dessen Qualität einen Aufschlag von 50% aufden gewöhnlichen Marktpreis rechtfertigen müsse. Der wesent-liche Fortschritt Rillieuxs bestand darin, daß er die sämt-lichen Körper, von denen zwei oder drei als Verdampfer, undeiner als Fertigkocher auf Korn diente, unter Luftleere setzte,den ersten Körper nicht (oder nur mehr aushilfsweise) mitdirektem Dampfe (Kesseldampf) beheizte, sondern mit demRückdampfe der Maschine, von den übrigen aber jeden mitdem Saftdampfe des ihm Vorhergehenden. Die (liegenden) Körper
1 Leon, „Cultivation", S. 5, 55ff. 2 Helot, a. a. O., S. 73;
s. meine Festschrift, „Entwicklung", S. 149ff.; Thelen, S. 130. 3 Price,
a. a. O., S. 98, 325. 4 a. a. O., S. 295.