428 ZUM HUNDERTJÄHR. JUBILÄUM DES VAKUUM-APPARATES
zu haben bezeugte! 1 — Gänzlich ablehnend verhielt sich Ost-indien; 1849 versichert Robinson, die Praktiker hättenfestgestellt, daß das Einkochen auf freiem Feuer keineswegsschädlich sei, demnach könne man vom Versieden in der Luft-leere auch keinerlei Nutzen erwarten. 2 — Nicht unerwähntbleibe, daß 1846 auch in den Rohrzuckerfabriken Ägyptensund Spaniens einige Vakuen aufgestellt wurden; 3 1845 warensie in Andalusien, nach Ramon de la Sagras'„Informe sobrael cültivo de la cana", welches Buch 1845 zu Madrid erschien,noch völlig unbekannt.
Der französische Double-Effet wurde zwar 1834 bis1836 auch für die Kolonien patentiert und seitens Derosne& Cail noch 1841 warm empfohlen, fand aber weder im fran-zösischen noch im englischen Westindien Aufnahme, 4 und auchnach Louisiana kam nur ein einziges, für die Fabrik Lapicenächst Neworleans bestimmtes Exemplar. 5 Einen solchenamerikanischen Ursprungs stellte dagegen 1842 Letory,Besitzer der Plantage Lafourche in Louisiana, in seiner Fabrikauf, mit so günstigem Erfolge, daß sehr rasch noch 9 weiterein Auftrag gegeben waren, und 1844 diese Apparate schon „inLouisiana allgemein angewandt, generally used" heißen. 6 An-gefertigt wurden sie von Merrik & Towne, sowie von Morris& Cie. in Philadelphia, und zwar in Gestalt liegender eisernerKessel, vom Aussehen der Lokomotiv-Röhrenkessel; bei einemApparat, den Morris & Cie. 1844 für Morgan in Placqueminelieferten, waren die Kessel 10 Fuß lang und 5 Fuß breit, undenthielten ein auf Rollen laufendes, daher leicht herausschieb-bares System einzölliger kupferner Heizröhren von 1000 FußGesamtlänge, weshalb dann auch der Preis, einschließlichPumpe und Kondensator, nicht weniger als 1354 £ betrug.
1 Leon, „Cultivation", S. 61 ff. 2 „The Bengal sugar planter"
(Calcutta 1849), S. 165. 3 Leon, „Sugar-Question", S. 13, 14. 4 Leon,
„Art of refining", S. 47, mit Abbildung auf Tafel V; „Sugar-Question", S. 18.
5 Leon, „Cultivation", S. 56. 0 Leon, ebd., S. 5, 55ff.