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2 (1913)
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406
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406 zum hundertjähr. Jubiläum des Vakuum-Apparates

Schicklerschen Raffinerie zu Berlin, in einem sehr lesens-werten Aufsatze berichtet, durch die MaschinenfabrikJ. J. Hawkins in London, und gelang in ganz hervorragenderWeise. 1 Selten war eine industrielle Umwälzung größter Trag-weite von so vollkommenem und sofort durchschlagendemErfolge gekrönt; man erhielt, je nach der Beschaffenheit desRohzuckers, sogleich um 35% mehr Raffinade von bisherunbekannter Schönheit, sehr helle, gar nicht mehr brenzlichriechende Farine, und an Speisesirup zwar um 610% wenigerals früher, aber Ware von schönster Farbe und tadellosem Ge-schmacke. 2 Zum Erträgnisse der höheren Ausbeuten undVerkaufspreise gesellten sich erhebliche Ersparnisse an Löhnenund Kohlen, 3 so daß, in Ansehung der damaligen Markt- undSteuerverhältnisse, der Gewinn nach Boll mann um 20%stieg, 4 nach Güssefeldt um 23%. 5 Daraufhin suchtenKapitalisten die Howardschen Patente für 40000 £ anzukaufen,doch lehnte Howard dieses Angebot ab, und zog es vor, anderenRaffinerien Lizenzen zu gewähren; 6 nach Degrand forderteund erhielt er für je 100 kg verarbeiteten Rohzuckers 2,65 Fr.,also rund 2 M., aber trotz der Höhe dieser Patentprämie undder Einrichtungskosten fand das Verfahren alsbald in eineReihe von Raffinerien Eingang, 7 da man nunmehr an 100 kgRohzucker 24,35 Fr. (= 19,50 M.) Gewinn erübrigte, 8 also,wenn man auch nur 20% Zunahme rechnet, um rund 4 M.

1 WebersZeitblatt" (Berlin 1827), Bd. 1, S.246. 2 Blachette-Zoega,

Manuel du fabricant de sucre et du raffineur" (Paris 1833); s. meinen AufsatzDie Zuckerindustrie um 1830" (Ztschr. Zuckerind." 1899, Bd. 49, S. 573).

3 Güssefeldt, a. a. O., S. 242ff.; Chandelet,Art du Raffineur" (Paris1828, S. 239ff.). 4 s. meineAbhandlungen und Vorträge . . ." (Leipzig

1906, S. 323). 5 a.a.O., S.246. 6 Bollmann, a.a.O. 7 Degrand,

e. a. O., S. 5ff. s Chandelet, a. a. O., S. 119; man wird diesen Gewinn

nicht übertrieben finden, wenn man bedenkt, daß der Amsterdamer Raffineur

Reisig in seinem Buche von 1793 angibt, keine Raffinerie könne bestehen,

die nicht an 100 kg Rohzucker 34 M. verdiene (s. meinen AufsatzDieZuckerraffination in Amsterdam vor hundert Jahren";Ztschr. Zuckerind."1899, Bd. 49, S. 362).