ZUM HUNDERTJÄHR. JUBILÄUM DES VAKUUM-APPARATES 397
säure, Quecksilber, und einem „nitrous etherised gas" zu er-kennen, etwa eine solche von Quecksilberoxalat und Äthyl-nitrit; 1 der Versuch, ihn mittels verdünnter Schwefelsäure zuzerlegen, veranlaßte eine furchtbare Explosion, bei der Howardbedenklich verletzt wurde. 2 Er stellte zwar noch fest, daß dasneue Präparat nicht geeignet sei, das Schießpulver zu ersetzen, daes nur den Lauf eines Geschützes zerschmettere, die Kugel aberbloß eine kurze Strecke weit fortschleudere, und zeigte auch,daß Schießpulver durch die Explosion einer kleinen Mengedes „fulminating mercury" nicht entzündet werde, beschäftigtesich dann aber mit der gefährlichen Substanz nicht weiter.
In geschichtlicher Hinsicht sei hier bemerkt, daß die Ent-stehung von detonierenden Derivaten der Edelmetalle jeden-falls bereits vor 1600 bekannt war. Nach Romocki berichtetschon 1609 Beguin im „Tyrocinium Chymicum" über dieDarstellung des Knallgoldes durch Fällen einer Lösung vonGold in Königswasser mit Alkali, und in Glückradts Aus-gabe dieses Werkes von 1625 heißt es „dissiliet et fulminabit"(es wird unter Donnerschlag auseinanderfliegen); 3 in der mirvorliegenden Lyoner Ausgabe von 1658 beruft sich Beguinauf Croll als seinen Gewährsmann, doch kann ich in dessenHauptwerke „Basilica Chymica", dessen Vorrede aus Prag1608 datiert ist, nichts Zugehöriges finden. 4 Unsicher bleibt es,woher die Schriften des sog. Basilius Valentinus (die Ro-mocki noch für echt hält, die aber bekanntlich von Thöldeoder Thölden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter-geschoben sind), und woher Cornelius Drebbel ihre ein-schlägigen Kenntnisse schöpften; bei Letzterem erscheinen sienach Romocki zuerst im „Tractatus de quinta essentia",der 1621 zu Hamburg gedruckt wurde, und in Verbindung
1 Wieland, S. 46. 2 Guttmann, „The rise and progress of the
british explosives-industry" (London 1909, S. 94); Guttmann, „Monumenta",
a. a. O. 3 Romocki, „Geschichte der Explosivstoffe" (Berlin 1895,
S. 229). 4 Ausgabe von Genf, 1631.