ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.
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sier in seinen älteren Abhandlungen, und auch noch in den„Opuscules" von 1774, zwar des durch Helmont aus demniederländischen Ghoast abgeleiteten Gas gedenkt, selbst jedochair fluide, air elastique, u. dgl., schreibt, heißt es im„Traite" ausdrücklich: „Fortan werde ich die luftförmigenFluida mit dem Gattungsnamen Gas (nom generique de gas)bezeichnen, . . . den verschiedenen Gasen aber, die oft nochwenig bekannt sind, besondere Namen geben, . . . u. a. Gazhydrogene, acide carbonique, muriatique, aqueux, alcool, . . ."; xseiner unrühmlichen Gewohnheit gemäß sagt. Lavoisier beider ersten Einführung des Namens nicht, woher er ihn ent-lehnte, sondern läßt erst später gelegentlich einfließen: „Denvon Helmont gebrauchten Namen Gas behalte ich nachMacquers Vorgange bei." 2 Zu beachten ist, daß nachLavoisier die Gase, auch die einfachen, nicht die Grund-stoffe selbst sind, sondern deren Verbindungen mit „Calorique",d. i. Wärmestoff, also z. B. Wasserstoffgas = Wasserstoff +Wärme; daher konnte Gadolin vorschlagen, den Wärme-stoff, durch den erst die „Fluida aeriforma oder Gasa" ent-stehen, „Gasogenium" zu benennen. 3
Betreff der, durch Lavoisiers Lehre vermittelten, raschenund allgemeinen Annahme der Worte Gas und Gaz seit 1789,sei auf die vortreffliche Darstellung verwiesen, die Kahl-baum und Hoffmann in ihrer oben genannten Schrift „Überdie Einführung der Lavoisierschen Theorien in Deutschland"(und den übrigen wichtigen Ländern) gegeben haben. Hervor-gehoben sei jedoch, daß diese schnelle Verbreitung in un-geahnter Weise noch durch einen besonderen Umstand ge-fördert wurde, der zunächst keinen rein wissenschaftlichenCharakter trug: durch die Erfindung des mit dem neuentdeckten
1 „Traite" (Paris 1789), S. 17, 54, 200, 201. Auch die Bezeichnungen
„gazometre" und „gazometrie" finden sich hier zuerst (S. 342, 359). 2 ebd.,
S. 53. 8 „Wissenschaftliche Abhandlungen", ed. Hjelt-Tigerstedt
(Leipzig 1910), S. 65, 69.