ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.
385
„Physica subterranea" (1669) den Ausdruck Gas wiederholt: 1Zuckerlösung, mit Hefe versetzt, geht rasch in Gärung über,mit großer Gewalt und unter „Gasemission"; 2 die Dünsteder Gärung verhalten sich wie das „Gas sulphureum vini",sie lassen sich durch das Abkühlen nicht verflüssigen,. . . denn sie sind dazu viel zu subtil, . . . von jener be-sonderen Natur, die Einer „Spiritus Sylvester" nannte, Hel-inont aber Gas; 3 das bei der Gärung entstehende Gas istschädlich; 4 die nicht kondensierbaren Dünste der Weingärung,Gas in vino, sind zum Teil schweflig und leicht verbrennbar; 5bei der Herstellung des Essigs entweicht aus den Gefäßen Gasaceti; 6 dieser luftige Geist, Spiritus aereus, . . . dieses Gasminerale; 7 solche Substanz wird ausgestossen wie ein „Gassulphureum et bituminosum"; 8 dieses ist, ... in HelmontsAusdruck, der Pflanzen ursprüngliches Gas, primum eorumGas. 9 — Nach Sommerhoffs „Lexicon pharmaceuto-chymi-cum" von 1701 10 ist Gas ein durch Helmont aufgebrachter,wohl von Gift, Gest oder Geest abgeleiteter Gattungsnamefür die nicht koagulierbaren Arten Spiritus, und man hat Gasvini, cerevisiae, sylvestre, pingue sulphureum (tödlich in denKellern), ventosum (d. i. Erde), salinum (d. i. Wasser), siccum(d. i. ein Sublimat), vitale (d. i. der Geist der Lebenskraft);auch das „Handels-Lexikon" Hübners (1712 und 1727), sowiedas „Universal-Lexikon" Zedlers (1733) enthalten nachKluge und Herrn Dr. Speter kurze Artikel über Gas. 11
1 Es verdient angemerkt zu werden, daß Becher von den Schriften dessog. Basilius Valentinus schon sagt, „sie gelten den Gelehrten für unter-geschoben" (S. 659). Auch Stahl bezeichnet im Traktate „Vom Sulphure"(Halle 1718, S. 48ff.) die Lebensbeschreibungen und Werke des Geber,Artefius, Flamel, Lull, Hollandus, Basilius Valentinus, als „in derHauptsache erdichtet", und durchaus fragwürdig, ebenso zum Teil die Schriftendes Paracelsus. 2 ed. Stahl (1703); S. 335. 3 ebd., S. 90, 320.4 ebd., S. 348. 5 ebd., S. 376. 6 ebd., S. 373. 7 ebd., S. 359. 3 ebd.,S. 85. 9 ebd., S. 78. 10 Nürnberg 1701; zitiert bei Peter, a. a. O.
11 Kluge, „Deutsches Etymologisches Wörterbuch" (Straßburg 1910), S. 160;Speter, a. a. O.
v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. It. 25