steht die Chaomantia, die hat ihren Namen vom Lufft, diegibt ihre Zeichen durch Lufft und Wind, durch Dunst undNebel; 1 zur Chaomantia gehören auch die Flatus, das sindauch die Blähungen und Winde. 2
II. „Gas" bei van Helmont. In Rixner-Sibers„Lehren und Lehrmeinungen berühmter Physiker" (Sulzbach1826; Band 7) finden sich die wichtigsten der einschlägigenAnsichten Helmonts bereits systematisch zusammengestelltvor, weshalb die folgenden Auszüge, sofern keine anderen, er-gänzenden Quellen genannt sind, diesem Werke entnommenwurden.
Aus dem Wasser entstehen zwei Arten Dunst (halitus):in der Wärme gibt es Dampf, in der Kälte aber nimmt es, durchVerrauchen oder Verdunsten, die Form des „Gases" an, wasihm jedoch, der Ursache und der Art nach, unangenehm ist,während es sich leicht und gern in Dampf verwandelt. 3 Weilder Dunst (halitus) des Wassers, der durch Kälte entsteht,völlig anderer Natur ist als der, den die Wärme bewirkt,nehme ich mir, in Ermanglung eines anderen Namens, diebesondere Freiheit, jenen Hauch, der sich nicht sehr vomChaos der Alten unterscheidet, „Gas" zu nennen; es genügtvorerst, zu wissen, daß Gas weitaus subtiler ist als Dunst, Ruß,oder ölige Ausdämpfung, 4 obwohl noch vielmals dichter alsgewöhnliche Luft; seiner Materie nach ist dieses Gas Wasser,das vorher durch den Einfluß fester Teilchen verlarvt war. 5Die heilige Schrift spricht von der Erschaffung der Erde unddes Feuers (des Himmels), aber nicht von der des Wassers undder Luft; diese beiden sind also vorerschaffene und unvergäng-liche Urelemente, die auch nicht ineinander übergehen können.Die Wärme läßt das Wasser als Dampf emporsteigen, bewirkt
1 Bd. 1, S. 587, 920; Bd. II, S. 519, 522, 634; 361, 366. 2 Bd. II, S. 36.3 Rixner-Siber, S. 148ff. (weiterhin nur als „Rixner" zitiert). 4 DiesesWortes bedient sich Stahl in der „Zymotechnia" von 1697 (deutsche Über-setzung, Stettin 1748, S. 122). 5 Rixner, S. 148ff.
v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. II. 24
ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.