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2 (1913)
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356
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356 ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II.

Die Prüfung der eingangs erwähnten Sp et ersehen Leit-sätze ergibt daher meines Erachtens folgendes:

1. Was Pottasche ist und wie man sie gewinnt, war demHandel von Anfang an geläufig; aus leeren Aschenfässern undderen Dauben kann Pottasche nur gelegentlich und ganz imkleinenhier und da" dargestellt worden sein, und die vonJungius angeführte Erklärung zieht aus derlei Vorkomm-nissen unmögliche Folgerungen. Die Ableitungen vonCineresclavellati" ausclavellae" und vonPottasche" ausAscheder Potten" sind unzutreffend; 1 Pottasche war ursprünglich,der Erklärung Witts gemäß, das, was noch Kunckel an-führt:Asche, die du bekommst und kaufst von Bürgern undBauern, wie sie selbige in ihren Kachelöfen, Feuerherden, oderunter der Braupfanne brennen", und später das durch Aus-laugen solcher Asche und Einkochen der Lauge in Kesselnoder Potten gewonnene Salz.

2. Die sonstige hohe Autorität des Jungius ist für dievorliegende rein technologische Frage nicht beweisend; werwürde etwa, auf die Autorität Cuviers hin, behaupten,Türkise seien die mit Kupfer durchzogenen Zähne einesfossilen Tieres?" 2 Daß man Pottasche auch aus gewöhnlichenheimischen Hölzern und Gewächsen erhalten könne, war nachden Zeugnissen des Glauber, des Agricola, und Anderer,seit alten Zeiten wohlbekannt, es ist also ganz ausgeschlossen,daß die von Jungius erwähnte Darstellungsweise der Pott-asche erst durch Bekanntwerden der von Kunckel 1679 ver-öffentlichten Angaben verdrängt worden sei.

3. Die Jungiussche Erklärung blieb der Nachwelt keines-wegs verborgen, denn u. A. geben sie 1687 Marx, 1704 Valen-

1 Dies gilt auch für eine Erklärung, die sich nach freundlicher Mit-teilung Herrn J. J. Reesses in Cornelis KiliansEtymologicum" von 1538findet, einem altholländischen Wörterbuche in lateinischer Sprache:Potas-schen", auchcineres ollares", soll so heißen, weil sie (ihrer Zerfließlichkeitwegen) inollis et vasis fictilibus" (in Tonpotten und -Gefäßen) aufbewahrtwird. 2 Busch,Almanach der Fortschritte . .Erfurt 1804, Bd. 8, S. 11.