354 ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II.
licher Sammler und Registrator, er wird also die vorgefundeneNotiz in seiner „Scheda" über Alkali eingetragen, die Analogieder Entstehung von Asche durch Verbrennung der „Clavelli"und der „Anthyllis" (d. i. nämlich die Salzpflanze Kali) an-gemerkt, 1 im übrigen aber der Sache keinen besonderen Wertbeigemessen haben, denn er huldigte dem durch die Erfahrungbewährten Grundsatze: „Nomenclatura saepe est ex falsapersuasione" (die Namengebung beruht oft auf einer irrtüm-lichen Meinung). 2 Keinesfalls verdient aber die von ihm ver-zeichnete die Attribute „unzweideutig, unzweifelhaft richtig,einleuchtend, ausschlaggebend, eindeutig und sicher", die ihrHerr Dr. Speter zuerkennt. 3
Das Wort Pottasche wird allgemein als ein solches nieder-deutschen Ursprunges angesehen. Herr Prof. Dr. Cohen inUtrecht übermittelte mir freundlichst die Auskunft seinesKollegen Prof. Dr. Muller, Mitherausgebers des großen hol-ländischen Wörterbuches: „Die ausführlichen niederdeutschenetymologischen Lexika von Franck und Vercoullie sagenbeide, das holländische Wort Potasch sei aus den nieder-deutschen Worten Pot und Asch zusammengesetzt, und dasLetztere gibt außerdem an, Potasch sei die Asche von inTöpfen (Pot) gebrannten Pflanzen; aus dem Niederdeutschenist der Ausdruck ins Französische übergegangen". Daß dasWort Pot und seine Nebenformen bereits dem gemein-germanischen und litu-slavischen Sprachschatze angehören, undsich schon in Schriftstücken des 12. und 13. Jahrhunderts vor-finden, habe ich in meinem ersten Aufsatze erwähnt; in Nord-deutschland hieß der Töpferton „der Poter Erd", — so noch1557 „wie die Sachsen sagen" bei Encelius; 4 in Englandwaren Pots = Töpfe und Potters = Töpfer nach Rogers im13. Jahrhunderte längst wohlbekannt, und nach Warnkönig 5
1 Speter, S. 205. 2 Jungius, „Opuscula botanica-physica",
Coburg 1747, S. 83. 3 Speter, S. 204, 206, 207. 4 „De re metallica",Frankfurt 1557, S. 114; dieses Buch hat eine Vorrede von Melanchthon.5 a. a. O., Bd. 2 (1), Anh. S. 75.