ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II. 353
holz zeigt im Mittel 30% Wassergehalt, und wenn man sichdie gesamten 7,5 kg Wasser des Faßholzes ersetzt denkt durchgesättigte Pottaschenlösung (spezifisches Gewicht etwa 1,6,mit rund 50% K 2 C0 3 ), so enthält das Faßholz 3,75 kg auf-gesaugte Pottasche, kann demnach, einschließlich der etwa0,05 kg, die das Eichenholz selbst liefert, „theoretisch" unterden günstigsten Umständen 3,8 kg ergeben; bei einem ent-sprechend angestellten Versuche wurden jedoch knapp 3 kgerhalten, es wären demnach etwa 33 Fässer nötig, um 100 kg,und etwa 330000, um obige rund 10000 dz Pottasche zu er-übrigen. Es liegt also auf der Hand, daß man weder in Danzignoch anderswo jemals bedeutendere Mengen Pottasche ausleeren Waidaschenfässern zu gewinnen vermochte, — vomKostenpreise ganz abgesehen —, und daß ein solches Ver-fahren höchstens im Kleinbetriebe gelegentlich vorkommenkonnte; daß es dem Produkte, das man hierbei darstellenwollte, erst seinen Namen gegeben hätte, klingt schon an sichwenig wahrscheinlich, um so mehr, als der Ausdruck Pottenoder Poten für die Aschenfässer oder Dauben vor 1687 (beiMarx) noch nicht nachgewiesen ist. Übrigens bringt dieserAutor die ganze Erzählung nur als Gerücht vor („Sie soll");Valentini und seine Nachschreiber sehen ihre Unmöglichkeitschon ein, stellen aber mit der Behauptung, aus Mangel anPotten habe man hinterher Pottasche auch aus dem Holzeselbst gewonnen, den wahren Sachverhalt auf den Kopf; beiHermbstädt macht man dann schließlich Pottasche aus denmit Pottasche getränkten Stäben der Pottaschenfässer!
Auf die Frage, wie denn Jungius zu seiner Angabe kam,ist, wie schon oben angedeutet, zu erwidern, daß er sie ver-mutlich aus einer älteren Quelle schöpfte, die wohl noch zuermitteln sein wird; Jungius war kein Technologe und inchemischer Hinsicht kein Fachmann, 1 wohl aber ein unermüd-
1 Borax z. B. ist nach ihm ein weißer, in Wasser unlöslicher Stein, dernach dem Kalzinieren wie Asche riecht und schmeckt (s. bei Valentin i, S. 20).v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. II. 23