352 ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II.
daß der Handel längst genau wußte, von welcher Ware dieRede sei. Über die „verschiedenen Sorten Asche", die z. B.Danzig schon im 14. Jahrhunderte lieferte, und über die Uni-arbeitung der Asche daselbst, berichten Hirsch und Breder-low, und da sich Rohaschen aller Art zur Ausfuhr amwenigsten eignen, das Herstellen und Verkochen der Aschen-lauge aber seit alters her bekannt war, so liegt die Vermutungsehr nahe, daß die Umarbeitungen in der Ausführung geradederartiger Operationen bestanden, also den Zweck verfolgten,ein hochwertiges, die Umstände und Kosten des Transportesbesser bezahlt machendes Produkt zu liefern; dieses, durchEinkochen der Aschenlauge in Kesseln oder Potten erhalteneErzeugnis, — keineswegs nur oder zuerst nur ein solchesDanzigs —, war die Kesselasche, Alumen catinum, Cineresollarii, Topasche, Pottasche, ihr gebührte mit Recht dienoch 1581 gebräuchliche Bezeichnung „Cineres praestantissimi"(stärkste schärfste Asche), und es ist auch begreiflich, daß sienicht „gebrakt" wurde, da sie eben die anerkannte Prima-qualität war. Daß es sich um eine solche handelte, beweistauch die Angabe des Meder von 1520, nach der „Pott Asche"den vierfachen Eingangszoll zahlte wie gewöhnliche Asche,und weiße Farbe mit dem beliebtem bläulichen Stich zeigensollte, — was durch bloßes Brennen von Rohasche niemalszu erreichen ist. Meder gibt auch die Bestätigung, — wennes einer solchen noch bedürfte —, daß die Pottasche fertigin den Niederlanden ankam, und daß dies auch für frühereZeiten galt, erhellt aus Brederlows Aufstellung, der gemäßallein Danzig um 1410 jährlich 6000—7000 Faß Pottasche und2000-3000 Last (d. i. 24000-26000 Faß) Weedasche zum Ver-kauf brachte. Wer jedoch immerhin auch noch die Möglichkeitin Betracht ziehen will, man hätte diese Pottasche auf demvon Jungius bezeichneten Wege dargestellt, dem sei folgendeÜberlegung empfohlen: Ein schweres eichenes Faß von 150 kg(= 1 Schiffspfund) Inhalt, wiegt etwa 25 kg; frisches Eichen-