war, wie z. B. seit 1720 in der Provinz Brandenburg. 1 InDeutschland wurden zwischen 1750 und 1775 viele kleine Sie-dereien neu errichtet, besonders zahlreich nach Beckmannin Hessen 2 und nach Braun-Wiesbaden im Hunsrück, woz. B. 1782 die einzige Vogtei Pfalzfeld unter 109 Einwohnern26 Brenner zählte; 3 die Herstellung der besten Asche galt alsGeheimnis gewisser Familien, deren Produkte sehr gesuchtwaren, und „weithin bis nach Bremen und Holland" für teuresGeld Absatz fanden. 4 In Frankreich boten die großen Wälderder Nordprovinzen gleichfalls ein weites Feld der Tätigkeit;Chaptal schildert ausführlich, wie die Rohasche gewonnenund ausgelaugt, die Reinlauge in kleinen Töpfen, die nurhundert Pfunde faßten, eingekocht, und die völlig konzentrierteMasse schließlich in Fässer abgefüllt wurde. 5
Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts entstand auch eineausgebreitete Literatur über Pottasche-Brennerei, deren Ver-zeichnis z. B. bei Trommsdorff fast zwei Seiten einnimmt; 6wo immer aber in ihr über die Herkunft des Namens Pott-asche die Rede ist, nehmen die Erklärungen allein Bezug aufdie Benutzung von Töpfen zur Verpackung, so z. B. beiBeckmann, 7 bei Macquer-Leonhardi, 8 bei Gren, 9 beiBöhmer, 10 bei Bouillon-Lagrange, 11 und bei den älterenseitens Gren und Ure 12 angeführten englischen Technologen,und demgemäß schreiben auch die Verfasser, — unter natur-gemäßer Beeinflussung durch die Sprachquellen, aus denen
ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. I. 323
1 Thiele, „Salpeter-Wirtschaft und -Politik", Tübingen 1905, S. 198.2 „Beiträge zur Ökonomie", Göttingen 1781, Bd. 5, S. 145, 313. 3 „Bilderaus der deutschen Kleinstaaterei", Hannover 1881, Bd. 1, S. 192. 4 Beck-mann, „Technologie", Göttingen 1777, S. 282ff. 5 a.a.O. Bd. 2, S. 100, 106.0 „Systematisches Handbuch der Chemie", Erfurt 1804, Bd. 6, S. 108. ' a. a. O.8 „Chymisches Wörterbuch", Leipzig 1788, Bd. 1, S. 245. 9 „SystematischesHandbuch der gesamten Chemie", Halle 1794, Bd. 2, S. 37. 10 „TechnischeGeschichte der Pflanzen", Leipzig 1794, Bd. 1, S. 719. 11 „Manuel d'uncours de Chimie", Paris 1801, Bd. 1, S. 558. 12 „Diction. of arts and manu-facture", London 1840, S. 1005.
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