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2 (1913)
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304
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ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS

Bindung (deren Begriff Rey doch keineswegs fremd war), alsoauf die Tatsache, daß sich dieLuft" nicht mit dem Zinn-kalke verbindet, sondern mit dem Zinn selbst, und daßder Zinnkalk erst aus dieser Verbindung hervorgeht. 1 Da nunferner Reys Darlegungen auch sonst (besonders in physika-lischer Richtung) mancherlei Irrtümer enthalten, die heutefür jedermann sofort offenbar sind, aber auch schon in frühererZeit der Aufmerksamkeit kritischer Leser nicht ganz entgingen,so erwiesen sich die Lücke der Theorie und die Unklarheit aneinem Hauptpunkte als gleich verhängnisvoll, und boten Anlaß,zusammen mit dem wirklich Falschen oder Zweifelhaften auchdas Richtige zu verwerfen. Rey kam auf diese Weise über-haupt um den Ruhm verschiedener originaler Ideen: so z. B.war er wohl der Erste, der quantitative Messungen des Über-ganges von Wasser inLuft" (= Dampf) vorschlug, und u.a.auch, durch Aufsaugen (sucer) von Wasser in eine leere, vorhererhitzte Phiole tatsächlich ausführte, 2 wobei er freilich zu demnoch ganz unzureichenden Resultate kam, Wasser sei nur255mal schwerer als Luft; er beobachtete aufs neue den(schon bei Aristoteles erwähnten) Vorgang der freien Dif-fusion zwischen Flüssigkeiten (Kap. 13), ohne ihn allerdingsrichtig zu deuten; er teilte Mersenne sein Verfahren mit,aus der Gewichtsdifferenz beim Wägen von zwei gleichen Blei-plättchen in Luft und in Wasser das Volumgewicht des Me-talles, und aus jener beim Wägen eines der Bleiplättchen inWeinen, Ölen, u. dgl., auch das spezifische Gewicht dieserFlüssigkeiten unmittelbar zu berechnen, 3 eine Methode,die Mersenne sowie Boyle seither benützten, und die in dieLiteratur unter dem Namen desMersenneschen" überging,

1 Ausdrücklich weist hierauf schon Kopp hin (Geschichte der Chemie"III, S. 132), der im übrigen die Verdienste Reys rühmend hervorhebt.

2 S. 138. DiesesAufsteigens", dessen Entdeckung man meist Guerickezuschreibt, gedenkt schon Aristoteles. 3 S. 114 und 139; Brief vom

21. März 1643.