ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS
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den sie noch jetzt führt. Endlich gelangte aber auch, wieschon erwähnt, seine Hauptentdeckung, die von der Schwereder Luft, durch Mersenne frühzeitig zur Kenntnis Torri-cellis, sowie Descartes und Pascals, die aber bei derVeröffentlichung ihrer so wichtigen und grundlegenden Arbeiten(Torricelli 1643; Pascal 1648) den Namen Reys nichtnannten, weshalb sich in der Folgezeit aller Ruhm allein anden ihrigen knüpfte; 1 daher fielen denn auch der Forscherwie sein Werk alsbald so gänzlicher Vergessenheit anheim,daß selbst sein Landsmann Lemery im „Cours de Chymie"von 1675 für die Gewichtszunahme beim Kalzinieren derMetalle allein die Erklärung Boyles (1627—1691) anführt,dergemäß „Feuerteilchen" die Wandungen der Gefäße durch-dringen und sich den Metallen anlagern!
In späterer Zeit scheint zuerst der italienische ForscherEandi des Rey zu gedenken, denn er übergab 1754 „seinberühmtes und seltenes Buch von 1630" dem Pater Beccaria,der schon vor 1760 die Gewichtszunahme bei der Kalzinationder Metalle aufs neue, und mit einer Bestimmtheit festgestelltund erklärt hatte, die nach Guareschi „seinen Namen fürimmer mit der Lösung diese Problems verknüpft". 2 Auchdem Straßburger Professor der Chemie J. R. Spielmann 3war Rey bekannt, denn er erwähnt ihn, ohne ihm unbedingtzuzustimmen, 1766 in seinen „Institutiones Chemiae", 4 undveranlaßte 1776 eine Dissertation von Corvin „Historia aerisfactitii", die die Priorität Reys wahrt. 5 Inzwischen hatteaber 1774 der Oberstabsapotheker Bayen das Trichetsche
1 Pascal veranlaßte 1647, auf Vorschlag von Descartes, seinenSchwager zu der, in der Geschichte der barometrischen Höhenmessungepochemachenden Besteigung des Puy de Dome (s. meine „Abhandlungenund Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften", Leipzig 1906, S. 513).
2 „Storia della Chimica" (Turin 1909, VIII, S. 88); Beccaria schrieb hierüber
auch am 12. November 1774 an Lavoisier. s Dem nämlichen, von dem
die „Encheiresis Naturae" herrührt (s. meinen Aufsatz in der Chemiker-Zei-tung 1907, S. 461). 4 S. 275 und im „Syllabus Auctorum". 5 Petit, S. 158.
v. Li ppmann, Abhandl. u. Vortr. II. 20