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ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS
wichtigen Hinweis gibt, die mit wachsender Fallhöhe zu-nehmende Geschwindigkeit des nämlichen Körpers durchdessen Arbeitsleistung zu messen, z. B. durch die Tiefeseines Eindringens in weiches Erdreich). Was das Thermo-meter anbelangt, so gestattet er sich kein Urteil, da er nichtwisse, „welches der verschiedenen, jetzt vorhandenen Ther-moskope oder Thermometer" Mersenne benützt habe; 1 seineigenes bestehe aus einer kleinen runden Phiole mit sehr langemund dünnem Halse, und stellt man diese, bis an den Hals mitWasser gefüllt, in die Sonne, oder gibt man sie einem Fieberndenin die Hand, so steigt das Wasser mehr oder weniger hochempor, und zeigt hierdurch den Grad der Wärme an, die seineAusdehnung bewirkte. Diesem Schreiben, das der so wichtigenAnwendung eines Thermometers zu medizinischenZwecken, wenn auch nicht zum ersten Male, so doch jeden-falls etwa 100 Jahre vor der Zeit gedenkt, in der sie durch denEinfluß des berühmten Wiener Klinikers de Haen (1704 bis1776) allgemein üblich zu werden begann, 2 ließ Mersennealsbald Antwort zuteil werden: 3 Im Thermometer wirkt seinerAnsicht nach die Wärme nicht auf das Wasser, indem siees ausdehnt und ansteigen macht, sondern auf die Luft, unddiese erst bringt das Wasser, falls sie sich verdichtet, zumSteigen, oder falls sie sich (durch Ausdehnung) verdünnt, zumSinken. 4 Daß sich beim Kalzinieren des Zinns die Luft ver-
1 S. 95. 2 Ober de Haen siehe Haesers „Geschichte der Medizin"(Jena 1881, II, S. 929). Welche Art Thermometer die Ärzte Santorio(1561 — 1636) sowie Fludd (1574—1637) benützt, und 1612 sowie 1638 be-schrieben haben sollen, ist aus Haesers Buch (II, S. 226, 316, 929) nichtzu ersehen, ebensowenig aus Puschmanns großer „Geschichte der Medizin"
(Jena 1902); leider hat letzteres Werk ein gänzlich ungenügendes Sachregister,und Ersteres gar keines! Eine kleine, wenig deutliche Abbildung von San-torios Instrument enthält Gerlachs „Geschichte der Physik" (Leipzig 1892,S. 134), und eine von dieser völlig abweichende Lacour-Appels „Die
Physik . . ." (Braunschweig 1905, II, S. 9); s. auch die Geschichten der Physikvon Fischer (Göttingen 1801, I, S.215) und von Poggendorff (Leipzig 1879,
S. 256). a S. 97; Brief vom 1. April 1632. 4 S. 103.