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ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS
oder Mehl nur eine ganz bestimmte Menge Wasser aufsaugen,nämlich gerade so viel, als ihre kleinsten Teilchen festzuhaltenvermögen.
27. Die Frage, weshalb nicht alle Kalke und Aschensich ebenso verhalten wie der Zinnkalk, ist dahin zu beantworten,daß ihre spagyrische (= chemische) Natur verschieden ist;diese bewirkt es auch, daß unter Umständen bei der Kalzi-nation, unter mächtiger Volumzunahme, ein Produkt von weitgeringerem (spezifischen) Gewichte entsteht, wie das u. a.bei dem indischen Metall Calaem der Fall ist. 1
28. Sicher ist jedoch, daß Blei sich genau so verhält wieZinn, und wenn Brun einen abweichenden Befund angibt,so hat er entweder einen Versuchsfehler begangen, oder un-reines Material benützt. Die Frage nach der Ursache derGewichtszunahme beim Kalzinieren ist also nunmehr end-gültig aufgeklärt: „Die Arbeit habe ich geleistet, derNutzen falle dem Leser zu, der Ruhm aber allein demHerrn."
Die Antwort, deren Inhalt im vorstehenden skizziert wurde,sandte der Verfasser an Brun, der u. a. einen seiner Freundein Bordeaux, den hochgebildeten Bibliophilen Pierre Trichet,auf das Buch aufmerksam machte; durch diesen, der 1630 oder1631 nach Paris reiste, wurde es dem Pater Mersenne bekannt.Die Zelle Mersennes im Franziskanerkloster der „Placeroyale" bildete zu jener Zeit einen der wichtigsten Mittelpunktewissenschaftlicher Bildung: dort versammelten sich schon seit
1 Calaem ist bekanntlich das Zink, von dem zuerst wohl Paracelsusund Libavius berichten. Nach dessen Schriften „De natura metallorum"von 1597 (s. Kopp, „Geschichte der Chemie" IV, S. 118) und „ArcanaChymiae" (Hb. 6, cap. 10; lib. 7, cap. 10 und 16) ist es eine Art „indisches"Zinn, ein schweres Metall, das sich aber, dem Feuer ausgesetzt, in einen ganzleichten, dem Spinnweben und sogen. Pompholyx ähnlichen, weißen Rauchverwandelt. — Der Regulus, den man aus „Indien" bringt, heißt auch Zinc,Speauter, Spiauter, und gleicht dem Spiegelzinn (s. bei Petit, S. 82, 96,118, 172).