ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS
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besteht nämlich die Kohle aus vegetabilischer und metallischer(= mineralischer) Substanz, die beide sowohl flüchtige alsauch fixe Bestandteile enthalten, und beim Verbrennen bleibenletztere als Salze zurück, während die ersteren, gemeinsammit der vorhandenen Feuchtigkeit, in Form von Dünsten auf-steigen; Kohle und Holz führen also gar keine „flüchtigenSalze", daher vermögen sie solche auch nicht zu liefern, — ganzabgesehen davon, daß die Erfahrung über jene „besondereSympathie" nichts zu berichten weiß. Überdies wird das Ge-wicht des Zinnes auch dann größer, wenn man die Feuergasein einen Nebenraum ableitet, wie das ein in den LimeuilschenHüttenwerken angestellter Versuch bestätigte.
23. Die Behauptung, die Kohle lasse ein „flüchtiges mer-kuriales Salz" entweichen, das sich mit dem Zinnkalk verbindetwie Quecksilber mit Gold, ist nichts weiter als „eine subtileSpekulation", für die die Tatsachen keinerlei Anhalt ergeben.
24. Daß die Kohle „Feuchtigkeit" ausschwitze, die derZinnkalk anzieht, ist aus den oben angeführten Gründenebenfalls ausgeschlossen, und wird durch die Erfahrung nichtbestätigt.
25. Um nun der Hydra der Vorurteile, der für jeden ab-geschlagenen Kopf zwei neue wachsen, gänzlich den Garauszu machen, sei schließlich noch ein Hauptbeweis angeführt:wie Popp in der „Basilica Antimonii" (1625) mitteilt, kannman gepulvertes Antimon, das man zu einem Kegel zusammen-preßt und auf einen Marmorblock setzt, durch die bloßeHitze eines Brennglases völlig kalzinieren, und findet dabei,trotzdem stets eine große Menge Rauch entweicht, dennocheine erhebliche Gewichtszunahme. Hier sind ganz offenbaralle die erwähnten Erklärungsversuche von vornherein aus-geschlossen, und allein die Aufnahme von Luft kann das Ge-wicht vermehrt haben.
26. Daß dieses nicht weiter als bis zu einer gewissenGrenze zunimmt, ist nicht wunderbarer, als daß feiner Sand