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2 (1913)
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ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS

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14. Könnte man, wie einst Archimedes für seinenHebel einen Stützpunkt außerhalb der Erde, so ein Laborato-rium im Raum des (ätherischen) Feuers verlangen, dann ver-möchte man dort auch die Luft so zu destillieren, wie aufErden das Wasser, und sie in leichter und schwerer flüchtigeAnteile zu zerlegen. (Seine wahre Ansicht, daß die Luftmehrere Bestandteile besitze, sprach Rey nach Petit 1 an dieserStelle nur deshalb nicht deutlich aus, weil er es vermeidenwollte, neue heftige Widersprüche betreffs einer, nicht strengzum Hauptgegenstande gehörigen Sache zu erregen.) Einst-weilen aber muß es genügen, an einige Tatsachen der Erfahrungzu erinnern, wie an das sichtliche Flimmern der dichten Luft,das sich bei vielen natürlichen und künstlichen Erwärmungs-vorgängen bemerklich macht, und an die Erleichterung, diedie Asthmatiker verspüren, wenn der Arzt die Fenster ihrermeist stark geheizten und wohlverschlossenen Zimmer öffnet,und so deren heiße dichte Luft durch kühle und dünnereersetzt.

15. Die Luft beeinflußt das Gewicht der im lufterfülltenRäume gewogenen Körper, indem sie es zu klein finden läßt,und dieser Einfluß ist, je nach der Dichte der Substanzen,verschieden groß; berücksichtigt man die Volumverhältnissenicht, so können Wage und Gewichte über den wahren Standder Dinge täuschen und bei Vergleichen irreführen.

16. Nach allem Bisherigen ist also die Frage Bruns da-hin zu beantworten, daß die von ihm beobachtete Gewichts-zunahme beim Kalzinieren des Zinns von der Luft herrührt:die große Hitze des Schmelzfeuers hat deren leichtere Teil-chen verflüchtigt, während die weniger subtilen sich verdichtet,sich zwischen die kleinsten Teile des Zinnkalkes eingelagert,und deren Gewicht in ganz gleicher Weise vergrößert habenwie Wasser, das die Poren feinsten Sandes ausfüllt.

17. Die Gewichtsvermehrung erfolgt nicht dadurch, daß

1 S. 137.