lagerung von Siang-Yang hergestellt, „und die Gestalt dieserPaos war die nämliche wie noch jetzt, nämlich die von Röhrenaus Eisen oder Kupfer, deren Inneres mit einem Pulver undrunden Steinchen gefüllt und deren Öffnung verschlossenwar, die an einer Seite eine Zündung besaßen, und mittelsFeuers abgeschossen wurden." Aber auch diese Erzählungensind keineswegs ohne weiteres wörtlich zu nehmen, denn siestammen zum Teil aus sehr späten, ja erst im 18. Jahrhundertegedruckten Werken, 1 und bringen offenbar Angaben durch-einander, die ganz verschiedene Zeitalter betreffen. Bezüglichder Belagerung der sehr wichtigen Festung Siang-Yang, dievon 1268—1273 gedauert haben soll, meldet aber Polo aus-drücklich, sein Vater und sein Oheim hätten für Kublai-Khan ganz neuartige Wurfmaschinen (mangoniaux) für Steinevon drei Zentnern Gewicht erbaut, 2 die die endliche Übergabeder Stadt herbeiführten; 3 da die Poli gerade in den Jahrenum 1273 nicht in China anwesend waren, ist allerdings dieChronologie, wie öfters bei Marco Polo, unsicher, 4 auchbestätigen weder chinesische noch persische Historiker dieseMithilfe, 5 aber selbst wenn sie stattfand, so können doch,nach Polos eigenen Worten, keinesfalls „Feuerwaffen" inFrage kommen. Auch die „Kriegs-Paos aus Westasien" scheinennur zündende Geschosse geschleudert zu haben, denn diechinesischen Annalen führen ausdrücklich an, daß Hulagu-Khan, ein Vorgänger Kublais, „im Jahre 1253 von dortnach Turkestan und China tausend Leute kommen ließ, geübtin der Bedienung der Maschinen zum Schleudern von Steinen,Wurfgeschossen, und brennender Naphtha", 6 und daß mansich 1273 „durch Belegen der Dächer mit Reisstrohmatten,auf die Ton gestrichen war, gegen die Feuerpfeile und Feuer-Paos der Mongolen schützte". 7 Selbst 50 Jahre nach Polo
1 Pauthier 473ff. 2 Sie waren anscheinend mit Gegengewichten ver-sehen. (Yule II, 168). 3 Pauthier471. 4 Yule, Vorrede 22, 111, 112; II,H5, 138, 167, 170. 6 Yule II, 168. 6 Pauthier 103. 7 Yule II, 169.