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2 (1913)
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CHEMISCHES BEI MARCO POLO

sie gerinnt, und den teigigen Niederschlag in der Sonne trocknet;von dieser dicken Paste führen die Soldaten im Felde stetsje zehn Pfund mit, füllen des Morgens ein halbes Pfund nebstWasser in ihre Schläuche, und haben an ihr, wenn das Rüttelneines längeren Rittes die Masse durcheinandergemischt undgleichmäßig verteilt hat, eine kräftige Suppe. 1

Ein berauschender, in Persien und Syrien aus Hanf be-reiteter Trank ist der Haschisch; von ihm führen die räube-rischen Genossen des sogen.Alten vom Berge" den NamenHaschischinen", (den die Kreuzfahrer inAssassinen" um-wandelten). 2

Öle gewinnt man in Balaschan (Afghanistan) durch Aus-pressen gewisser Nüsse, ferner, in besonders heller und wohl-riechender Qualität, durch Auspressen des Sesamkornes; 3 auchin Ceylon, 4 in Maabar (Küste von Koromandel), 5 und inAbessinien 6 benutzt man fast allein Sesamöl, sowohl zuSpeisezwecken als zur Pflege der Haut. 7

Auffällig erscheint es, daß Polo niemals von Tee spricht,obwohl solcher seit vielen Jahrhunderten in China in all-gemeinster Benutzung stand und einer hohen Steuer unterlag, 8und obwohl ihn seine Reisen wiederholt durch die ProvinzFukien führten, die seit jeher die Stätte des hauptsächlichenAnbaues war. 9 Pauthier glaubt, daß ein Strauch, dessenVorkommen Polo in Kaindu (Assam?) beschreibt, der Tee-strauch sei, 10 doch ist dies durchaus unwahrscheinlich, 11 fernerführt er zur Erklärung an, die vornehmen Mongolen, derenSitten für Polo maßgebend geblieben seien, tränken niemalsTee. 12 Indessen ist daran zu erinnern, daß Polo auch übermanche andere chinesische Merkwürdigkeiten von weit größererBedeutung schweigt: mit keinem Worte gedenkt er z. B. der

1 181; Yulel, 265. 2 Pauthier 40. 3 123. 4 448. 5 457.

6 497. 7 465. 8 Yule 11, 58; Pauthier 344, 512. 9 Yule,

Vorrede 118. 10 Pauthier 384. 11 Yule 11, 58. 12 Pauthier 343-