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2 (1913)
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CHEMISCHES BEI MARCO POLO

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z. B. zu Kulam, an der Küste von Malabar, in großen Mengendargestellt wird; 1 ferner wachsen in Afghanistan gewisseMelonen, die süßer als Honig schmecken, und deren ge-trocknete Scheiben einen großen Handelsartikel bilden. 2

Wein liefert Persien in vorzüglicher Qualität; da denMohammedanern sein Genuß verboten ist, so beruhigt man dieGewissen dadurch, daß man ihn über Feuer einkocht und dernun süßen Flüssigkeit, da sie ihren Geschmack verändert hat,auch einen anderen Namen beilegt. 3 In Sumatra und Ceylonbohrt man einen der Dattelpalme ähnlichen Baum an, dessenSaft, der bei regelmäßiger Bewässerung längere Zeit ausfließt,trefflichen weißen und roten Wein ergibt. 4 Höchst berauschendeWeine bereitet man zu Kulam aus Palmzucker, 5 zu Ormuzund Escier in Südarabien aus Datteln nebst Zucker und Reis, 6zu Sansibar aus Zucker und Reis, 7 zu Kaindu (Assam?) ausWeizen und Reis, 8 und zu Zardandam und Kangigu (Hinter-indien), 9 vor allem aber in ganz China, 10 aus Reis nebst Zuckerund Gewürzen; diese Weine sind klar und glänzend, köstlichund duftend, aber furchtbar stark, und die Abgabe, die3 1 / 3 % beträgt, ist für den Großkhan eine unerschöpflicheSteuerquelle. 11

Destillierte Getränke erwähnt Polo bemerkenswerter-weise an keiner Stelle.

Auch die Milch der Stuten wissen die Tartaren so eigen-tümlich zuzubreiten, daß sie Eigenschaften und Wohlgeschmackweißen Weines erhält, und nennen sie dann Kemis, d. i.Kumys; 12 Stuten- und Kamelsmilch sind am Hofe desGroßkhans übliche und vielfach auch bei Opfern und Geister-beschwörungen benutzte Getränke. 13 Eine Milchkonservestellt man dar, indem man saure Buttermilch aufkocht bis

1 476. 2 116. 3 91. 4 441, 444, 448. 5 476. 6 104, 500.

' 493. 8 320. 9 329, 345. 10 280, 322, 381, 399. 11 399; der

jährliche Steuerbetrag überstieg nach chinesischen Quellen 35 Mill. Franks

(Pauthier 344.) 12 Pauthier 69. 13 247, 58.