liches Afghanistan); 1 da dort auch viel Silber gewonnen wurde,handelt es sich, wie vermutlich auch in den übrigen Fällen,um silberhaltigen Bleiglanz.
Quecksilber erwähnt Polo in einem höchst merk-würdigen Zusammenhange; er erzählt nämlich, zu Lar (immittleren Südindien) gebe es Jainas, d. s. die Caiguy oderYogui, asketische Priester einer gewissen Sekte, die ihr Lebenbis an die äußersten Grenzen zu verlängern vermöchten (an-geblich auf 150—200 Jahre), indem sie zweimal im Monateinen Trank genössen, den sie aus Schwefel und Quecksilberbereiteten. 2 Die bei den spätgriechischen Chemikern Alexan-drias entstandene Theorie von Schwefel und Quecksilber alsGrundstoffen wie der 'Metalle, so auch aller möglichen an-deren Substanzen, eine Lehre, die später die Araber auf-genommen und nach vielen Richtungen hin erweitert hatten,war offenbar durch arabische Vermittlung schon frühzeitigauch nach Indien gelangt und fand dort raschen Eingang, wiedenn sämtliche Spuren indischer Alchemie durchaus aufarabische Einflüsse zurückweisen. Selbstverständlich sindSchwefel und Quecksilber nur als Symbole anzusehen, derLebenstrank, die „große Panacee", wurde also nicht etwawirklich aus den heute so genannten Elementen zusammen-gemischt. — Die Nachricht Polos wird übrigens durch einegleichzeitige, aus der Geschichte der mongolischen DynastiePersiens, der II-Khane, stammende völlig bestätigt: DerKönig Argon befragte nämlich indische Asketen, worin ihreKunst bestehe, das Leben zu verlängern, und als sie aufihren Trank aus Schwefel und Quecksilber verwiesen, nahmer diesen ebenfalls acht Monate lang ein, starb aber sodann,— trotzdem, oder infolge des Trankes? 3 Polos Angabe istdesto interessanter, als er im übrigen, von einer einzigen, späternoch zu erwähnenden Stelle abgesehen, niemals über Alchemiespricht, auch nur einmal nebenbei sagt, „jedes Tier bestehe1 120. 2 Yule, II, 365. 3 Yule, II, 369.
CHEMISCHES BEI MARCO POLO