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2 (1913)
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CHEMISCHES BEI MARCO POLO

eisernen Speere und Kolben der mongolischen Soldaten, 1 sowiedie feineren Feld- und Prunkwaffen der chinesischen Kriegerund Vornehmen. 2 Neben dem Stahl von Kerman, Cobinamund Chingitalas erwähnt Polo noch ein Produkt unter demNamenAndaine",Andoine" oderOndanique", 3 das denErklärern vieles Kopfzerbrechen verursachte und ganz fälsch-lich auch auf Antimon gedeutet wurde. 4 Schon der venetia-nische Gelehrte Ramusio (14851557), dessen Sammlungmerkwürdiger Reisebeschreibungen auch die des Polo enthält,befragte aber seine im Levantehandel erfahrenen LandsleuteüberAndaine", und hörte von ihnen, es sei ein vortrefflicherStahl; auch Rulandus erklärt in seinemLexicon Alchemiae"die ,,Andana" der mittelalterlichen chemischen Schriften fürorientalischen Stahl. 5 Fraglos liegt daher der Benennungdas persische und arabische WortHindwaniy" oderHund-wan" zugrunde, das mitIndisches" zu übersetzen ist, so daßursprünglich Ondanique, Andanicum, Andoine, Andaine, An-dania usf. nichts anderes bedeuten als etwas von indischerHerkunft. 6 Man findet daher auch z. B. ein indisches Färbe-holz alsAndam" angeführt, 7 aber ganz speziell bezeichnetder Name den schon im Altertum hochberühmten indischenStahl. Bereits die arabischen Schriftsteller Ibn-Sina (Avi-cenna) im 11., und Edrisi im 12. Jahrhundert erwähnen diesenals Hindiah =Indischen" (seil. Stahl), woraus das spanischeWort Alhinde, Alfinde, Alinde, sowie das berberische Hint,Alhint, für Stahl, Stahlspiegel und Spiegelfolie hervorging;zu Polos Zeit bezog sichAndaine" nur mehr auf die Naturder Ware, nicht mehr auf ihr Ursprungsland, wie auch wir beiFranzbranntwein" oderGrünspan" längst nicht mehr andie Herkunft aus Frankreich oder Spanien denken.

An Blei ergiebig sind die Gruben von Balaschan (nörd-

1 178. 2 Pauthier, a. a. O. 3 Yule, I, 90, 125, 212.

4 So z. B. 21, 157. 6 Frankfurt 1612, S. 41. 6 Yule, I, 93, 215.

' Pauthier, 564.