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CHEMISCHES BEI MARCO POLO
eisernen Speere und Kolben der mongolischen Soldaten, 1 sowiedie feineren Feld- und Prunkwaffen der chinesischen Kriegerund Vornehmen. 2 Neben dem Stahl von Kerman, Cobinamund Chingitalas erwähnt Polo noch ein Produkt unter demNamen „Andaine", „Andoine" oder „Ondanique", 3 das denErklärern vieles Kopfzerbrechen verursachte und ganz fälsch-lich auch auf Antimon gedeutet wurde. 4 Schon der venetia-nische Gelehrte Ramusio (1485—1557), dessen Sammlungmerkwürdiger Reisebeschreibungen auch die des Polo enthält,befragte aber seine im Levantehandel erfahrenen Landsleuteüber „Andaine", und hörte von ihnen, es sei ein vortrefflicherStahl; auch Rulandus erklärt in seinem „Lexicon Alchemiae"die ,,Andana" der mittelalterlichen chemischen Schriften fürorientalischen Stahl. 5 Fraglos liegt daher der Benennungdas persische und arabische Wort „Hindwaniy" oder „Hund-wan" zugrunde, das mit „Indisches" zu übersetzen ist, so daßursprünglich Ondanique, Andanicum, Andoine, Andaine, An-dania usf. nichts anderes bedeuten als etwas von indischerHerkunft. 6 Man findet daher auch z. B. ein indisches Färbe-holz als „Andam" angeführt, 7 aber ganz speziell bezeichnetder Name den schon im Altertum hochberühmten indischenStahl. Bereits die arabischen Schriftsteller Ibn-Sina (Avi-cenna) im 11., und Edrisi im 12. Jahrhundert erwähnen diesenals Hindiah = „Indischen" (seil. Stahl), woraus das spanischeWort Alhinde, Alfinde, Alinde, sowie das berberische Hint,Alhint, für Stahl, Stahlspiegel und Spiegelfolie hervorging;zu Polos Zeit bezog sich „Andaine" nur mehr auf die Naturder Ware, nicht mehr auf ihr Ursprungsland, wie auch wir bei„Franzbranntwein" oder „Grünspan" längst nicht mehr andie Herkunft aus Frankreich oder Spanien denken.
An Blei ergiebig sind die Gruben von Balaschan (nörd-
1 178. 2 Pauthier, a. a. O. 3 Yule, I, 90, 125, 212.
4 So z. B. 21, 157. 6 Frankfurt 1612, S. 41. 6 Yule, I, 93, 215.
' Pauthier, 564.