Wort nichts anderes ist als das persische Duddha = Rauch,und in keinem Zusammenhange mit dem sogenannten Tutenageoder „chinesischem Kupfer" steht, einer aus China nachIndien und Persien ausgeführten Legierung aus Kupfer, Eisenund Zink. 1 In Cobinam, so erzählt Polo, stellt man Tutia dar,die ein ausgezeichnetes Heilmittel für die Augen ist, und zu-gleich auch Spodium oder Zinkasche; hierzu röstet man einedort ausgegrabene Erde auf dem glühenden Roste eines Ofens,und in diesem hängt sich der Rauch an, wird fest, sobald ererkaltet, und bildet nun die Tutia, während der grobe undschwere Teil, der nicht aufsteigt, sondern wie ausgeglühteKohle im Ofen sitzen bleibt, das Spodium ist. 2 Der Berichtüber das Vorkommen von Zinkerzen zu Chingitalas, an denAbhängen des südöstlichen Altai, ist nicht einwandsfrei; 3dagegen wird Tutia, neben Gold, Silber und anderen Waren,als Gegenstand der Einfuhr nach Cambaja im westlichenVorderindien erwähnt, woselbst man für sie Baumwollzeugeund Häute eintauscht. 4 — Von den Einwohnern Lars, immittleren Südindien, meldet Polo, sie verehrten die Rinderals heilig, und trügen, vor die Stirne gehängt, kleine Bildcheneines Ochsen aus Gold, „Arain" (Bronze?), oder „Laiton"; 5ob letzteres Wort ebenfalls eine goldähnliche Bronze bedeutetoder schon (wie heutzutage) Messing, muß dahingestellt bleiben.
Eisen und Stahl erzeugen in vortrefflicher Beschaffen-heit Kerman im südöstlichen Persien 6 und das benachbarteCobinam, wo man u. a. große Spiegel aus herrlich poliertemStahl zu fabrizieren versteht; 7 mächtige Eisengruben be-sitzen Chingitalas am Altai 8 und Giogiu (d. i. Tscho-Tscheu,südwärts von Peking), 9 und diese Gegenden liefern auch die
1 Yule, I, 126. 2 106; die Übertragung des vieldeutigen AusdruckesSpodium auf gebrannte Knochen ist bei Polo nicht nachweisbar, obwohler solche als ein in Lak (bei Madras in Vorderindien) gebrauchtes Heilmittelerwähnt, s. 469. 3 157; Yule, I, 213, hat diesen Bericht nicht. 4 483.5 Pauthier, 637. 6 93. ' 106. 8 157. 9 Pauthier, 106.
CHEMISCHES BEI MARCO POLO