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CHEMISCHES BEI MARCO POLO
so ungeheurer Menge zur Verfügung, daß Goldziegel das Dachdes ganzen Königspalastes bilden, und daß die Decken seinerSäle, die Verzierungen seiner Fenster, ja sogar die Tische, ausmassivem Golde bestehen sollen. 1 Zu Klein-Java (d. i. Su-matra) übersteigt die Menge des Goldes ebenfalls allen Glauben, 2und nicht minder reich daran sind Sokotora 3 und Abessinien. 4
Silber liefern gewisse Gruben im südlichen Rußland, 5in Armenien, 6 zu Balaschan im nordöstlichen Afghanistan, 7und zu Tenduk in der südchinesischen Provinz Tschili; 8 imallgemeinen ist aber das Silber in China, Tibet und den hinter-indischen Grenzländern selten und gesucht, so daß sich dieWerte von Gold und Silber wie 1:8, 1:6, ja selbst 1 : 5 ver-halten, weshalb fremde Kaufleute Silber mit hohem Nutzeneinzuführen und gegen Gold umzutauschen pflegen. 9
Kupferminen von großer Ergiebigkeit liegen ebenfallsin Balaschan, 10 ferner in Manzi, d. i. Südchina, 11 und auf denInseln des Meerbusens von Tonkin; 12 aus Manzi und Tonkinverfrachtet man Kupfer als Ballast nach Malabar, der süd-westlichen Küste Vorderindiens, 13 auch verfertigt man ausKupfer und Kupferlegierungen mannigfaltige Kunst- und Ge-brauchsgegenstände, wie denn z. B. die Gitter der Fischteicheim Pekinger Kaiserpalaste aus Erz (Bronze?) bestehen. 14
Metallisches Zinn und Zink erwähnt Polo nicht, da-gegen berichtet er über die Fabrikation des schon im Alter-tume als „Pompholyx" bekannten Zinkoxyds und seines Rück-standes, des „Spodiums", zu Cobinam, zwischen Yezd undKerman in Persien, wo noch gegenwärtig zinkhaltige Erzeabgebaut werden. 15 Das staubfeine Zinkoxyd, den sogenanntenHüttenrauch, bezeichnet er als Tutia oder Totia, 16 welches
1 418. s 432. 3 Pauthier, 184. 4 497. 5 509; ihre Stätte
ist nach vielem Suchen unweit Taganrog am Asowschen Meere aufgefunden
(Yule, II, 488.) 6 69. 7 120. 8 195. 9 Pauthier, 116—119
und 123. 10 120. 11 358. 12 427. 13 479. 14 232; „arain" =
Erz, bei Pauthier, 83. 15 Yule, I, 126. 16 Pauthier, 38.