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2 (1913)
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CHEMISCHES BEI MARCO POLO

erblickte. 1 Seine Hinreise führte ihn von Syrien aus überArmenien, Mesopotamien, Persien, Afghanistan, Turkestan, dasPamirplateau, die mongolische Wüste, die Mongolei und dieMandschurei nach Peking; seine Rückreise vom südchinesischenHafen Zaitun (etwa in der Höhe Formosas) aus über Kochinchina,Tonkin, Kambodscha, den indischen Archipelagus, Sumatra, dieAndamanen und Nikobaren, Ceylon, die Küsten Vorderindiens,den persischen Meerbusen (Ormuz), Persien, Armenien, Trape-zunt, Konstantinopel und Negroponte nach Venedig. Die imamtlichen Auftrage Kublai-Khans unternommenen Fahrtenerschlossen ihm ganz China sowie u. a. das Innere von Tibet,Siam und Birma, ferner erlangte er als erster Europäer Kennt-nis vom Bestehen des östlichen Inselreiches Zipangu (chin.Jih-pen-kwe =Land der aufgehenden Sonne" = Japan), 2 vonden bis an den arktischen Ozean reichenden Steppen Sibiriensmit ihren nach Eisbären jagenden, auf Renntieren reitendenund im Hundeschlitten fahrenden Nomadenvölkern, aber auchwieder von dennach Tausenden zählenden" Inseln des in-dischen Meeres, von Bengalen und den großen BinnenreichenVorderindiens, vom südlichen Arabien, von Sokotora, Mada-gaskar, Zanzibar und Abessinien. Dies alles sind Länder undStaaten, die zum größten Teile vor ihm kein Europäer nennenhörte, geschweige denn mit Augen sah, und die nach ihmwieder für viele Jahrhunderte, ja bis in die neueste Zeitherab, unerreichbar und sagenhaft blieben.

Polos Reisebeschreibung ist daher ein unerschöpflichesQuellenwerk ersten Ranges für den Geographen, Oro- undHydrographen, Ethnographen, Nationalökonomen, Zoologen,Botaniker usf., um so mehr als sie, dank sorgsamer Scheidungzwischen Selbstgesehenem und bloß Vernommenem, auch derstrengsten Kritik mit stets zunehmendem Erfolge standhält;es sei in dieser Hinsicht nur an dielächerliche Fabel" erinnert,daß auf der Hochebene des Pamir, wegen der ungeheuren

1 Yule, Vorrede 106. 2 Yule. II. 256.