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2 (1913)
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ÜBER RÜBENZUCKER IM MITTELALTER

der Augenheilkunde so hochverdiente Prof. Dr. J. Hirsch-berg im Dezemberhefte derMitteilungen zur Geschichteder Medizin und der Naturwissenschaften" als irrtümlich, undes ist ein trauriger Beweis für die Oberflächlichkeit des schuld-tragenden ersten Referenten, daß er gerade das alswissen-schaftlich festgestellt" berichtete, was in jenem Aufsatze alsfalsch widerlegt wird! In Wirklichkeit ist, wie Hirschbergnachweist, nabat ein arabisches Wort und bezeichnet eine be-stimmte Sorte Zucker, nämlichZucker der vierten Raffinerie";warum aber dieser Zucker mit dem Worte nabat benannt wird,das ursprünglich Kraut oder Pflanze bedeutet,ob etwa wegenseiner Frische und Güte", läßt Hirschberg dahingestellt.

In meiner 1890 erschienenenGeschichte des Zuckers"ist auf Seite 101 gleichfalls schon des ZuckersNabat" gedacht,und es findet sich dort erwähnt, daß er aus dem Rohzuckerdurch vier Umkochungen gewonnen wurde, also mit Recht alsZucker der vierten Raffinerie" anzusehen war, sowie daß dasWort Nabat ein arabisches ist und eigentlich Pflanze heißt,den Arabern aber speziell zur Bezeichnung des kristallisiertenKandiszuckers dient. Die Quelle dieser übertragenen Be-deutung hat man meines Erachtens in der Gleichsetzung desWachstumes der Kristalle mit dem der Pflanzen zu suchen.Die Vorstellung, daß Mineralien, insbesondere Metalle undEdelsteine, in der Erde wachsen und nachwachsen, war eineschon dem Altertume durchaus geläufige, und in der Periodeder hellenistischen Alchemie standen bereits Kunstausdrückein Gebrauch, deren man sich auch gegenwärtig noch bedient,freilich ohne mehr ihres Ursprunges zu gedenken: da gibt esKristallkeime und -samen, die Kristalle schießen auf oder an,sie sind aufgewachsen und verwachsen, sie erscheinen blättrig,stenglig, baumartig (dendritisch) und verzweigt, sie blühenaus (effloreszieren) usw. Endlich werden sie auch, als Re-präsentanten reinster Form und edelster Beschaffenheit derSubstanzen, unmittelbar den Blumen verglichen, und wie z. B.