ÜBER DAS PRÄSRVIEREN IN ZUCKER
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und Xenophon vom Aufbewahren der Leichname vornehmerund königlicher Personen in Honig berichten; auch in Ägyptensoll dieser Brauch bestanden haben, und nach dem berühmtenarabischen Arzte Abdallatif wurden daselbst noch zu seinerZeit, also um 1200 n. Chr., hin und wieder solche Leichen auf-gefunden; in Birma erhielt er sich sogar bis über die Mitte des19. Jahrhunderts hinaus, denn noch der vielgereiste EthnologeBastian erzählt, „man stecke dort die Leichen der Großenzunächst auf ein Jahr in Honig, der zu solchem Zwecke ge-schenkt, nachher aber wieder verkauft werde." 1
Aus meiner „Geschichte des Zuckers" ist zu ersehen, daßder Zucker für sämtliche Zwecke nach und nach an die Stelledes Honigs trat, und so ersetzte er diesen auch bei der seitalters her üblichen Zubereitung und Präservierung aller nur denk-baren pflanzlichen und tierischen Stoffe, worüber das genannteWerk reichhaltiges, aus den Quellen des 8. bis zu denen des18. Jahrhunderts geschöpftes Material enthält. Die antisep-tischen Eigenschaften des Zuckers wurden überdies nicht nurkulinarischen Zwecken dienstbar gemacht, sondern auch medi-zinischen; so z. B. behandelte man Ekzeme und Geschwüremit Zucker, und streute offene Wunden mit Zucker ein, — einVerfahren, das die europäischen Ärzte des 17. Jahrhundertswährend der Kriege mit den Türken von diesen erlernten, unddas auch in neuerer Zeit, nicht ohne günstige Erfolge, wiederaufgenommen worden ist. 2
J. J. Becher selbst hat sich betreff der gärungs- undfäulnishemmenden Eigenschaften des Zuckers auch schon langevor 1682 ausführlich ausgesprochen, nämlich in seinem denk-würdigen, trotz zahlreicher Irrtümer und Absonderlichkeitenhöchst bedeutenden Werke „Physica subterranea" von 1669.In der 1703 durch Stahl besorgten Leipziger Neuausgabe
1 Tschirch, „Handbuch der Pharmakognosie" (Leipzig 1910; Bd. 2,
S. 14.) 2 Dannheisser, „Über die Wundbehandlung mit Zucker" (Straß-burg 1888).