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ÜBER DAS PRÄSERVIEREN IN ZUCKER 1
n meinem Aufsatze „Zur Geschichte der Konservenund des Fleischextraktes" wies ich auf eine Stellein Leibniz' „Utrechter Denkschriften" von 1774hin, an der u. a. auch das Präservieren von Fleisch für kürzereZeit durch Eintauchen in geflossenen (geschmolzenen) Zuckerempfohlen wird. 2 Hieran anknüpfend, machte Herr F. M. Feld-haus vor etwa Jahresfrist darauf aufmerksam, daß bereitsJ. J. Bechers „Närrische Weisheit", die 1682 in Frankfurterschien, vom „Konservieren" und „Einmachen" des Fleischesmittels geschmolzenen Zuckers spreche; Becher habe dieseKunst anscheinend um 1675 in Wien ausüben gesehen undauch selbst ausgeübt, und ebendaher dürfte sie zur Kenntnisdes Leibniz gelangt sein. 3
Leicht möchte hiernach die Ansicht Platz greifen, daßhier ein relativ neues Verfahren in Frage komme; dies ist jedochdurchaus nicht der Fall, und in dem eingangs erwähnten Auf-satze habe ich auch eine solche Meinung nicht aussprechenwollen. Wie ich in meiner „Geschichte des Zuckers" (Leipzig1890) zeigte, ist nämlich die Kenntnis der präservierendenEigenschaften des Honigs im Orient eine uralte, und gelangteschon sehr frühzeitig nach Griechenland, wo bereits Herodot
1 „Chemiker-Zeitung" 1911, S. 397. 2 „Abhandlungen und Vorträgezur Geschichte der Naturwissenschaften" (Leipzig 1906). 3 Chemiker-
Zeitung 1910, S. 529.