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2 (1913)
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247
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ALDEBRANDINO DI SIEN ASREGIME DU CORPS" 247

wie dies bei den Mineralsäuren zutrifft, auch der Weingeistgar keine arabische oder orientalische Erfindung ist, sonderneine okzidentalische 1 (und um 1250 immer noch ziemlich neue).

Umgekehrt ist es z. B. wenig wahrscheinlich, daß derZucker in Frankreich schon während des 13. Jahrhunderts sowohlbekannt, und in so ausgedehntem Maße angewandt war,wie man dies, gemäß Aldebrandinos Verordnungen, mut-maßen könnte. Aus den Angaben in meinerGeschichte desZuckers" (1890), und in der außerordentlich gründlichen undreichhaltigen Abhandlung Dorveaux'Le Sucre au moyenäge" (1910), ist zwar zu ersehen, daß man Zucker (meistägyptischen oder syrischen) schon gegen 1150 in einige süd-französische Häfen einführte und dort, wie alle orientalischenKostbarkeiten, mit Eingangszöllen belegte; aber in den spär-lichen, für die Zeit zwischen 1153 und 1250 nachweisbarenFällen, es sind ihrer vier oder fünf, handelt es sich stetsum verhältnismäßig kleine Mengen von Brot- und Kristall-zucker,zuccarum in panibus et in pulvere", die hauptsächlichwohl medizinischen Zwecken dienten; Kandis- und Penid-zucker kommen nach Dorveaux überhaupt nur in wissen-schaftlichen Schriften vor, und zwar zuerst alszucchari etcandi" imAntidotarium" des Salernitaners Nicolaos (12. Jahr-hundert?), und alspanes zuccari, penidiae, candi" in den,dem Arnold von Villanova zugeschriebenenTabulae gene-rales" (13. Jahrhundert?), aus welchen Werken später SimonJanuensis, Matthaeus Sylvaticus, und andere wichtigeKommentatoren schöpften. 2 Noch 1372 wurde in Paris 1 PfundBrotzucker aus dem Nachlasse der Jeanne d'Evreux, dritten

1 Siehe Chemiker-Zeitung 1909, S. 1233, wo auch mitgeteilt ist, dal5das WortAlkohol" für Weingeist erst von Paracelsus herrührt, der es,wie unzählige andere, willkürlich einführte. Diese Angabe ist seither voneinigen Autoren wiederholt worden, die jedoch übersahen, die Quelle an-zuführen. 2Geschichte des Zuckers", S. 245. Die Schriften des sog.Magister Salernus (11301160?) sprechen aber ebenfalls u. a. vonPenidii".