240 ALDEBRANDINO Dl SIEN AS „REGIME DU CORPS"
alle diese Wässer kann man, so wie sie die Natur liefert, auchkünstlich darstellen, das schwefelhaltige z. B., indem manWasser anhaltend mit Schwefel kocht. (Diese Erwähnungist die älteste, die eine künstliche Darstellung von Mineral-wässern ins Auge faßt; dem Altertum blieb eine solche un-bekannt, während Versand und Transport von Mineralwässern,wie Friedländers „Darstellungen aus der SittengeschichteRoms" ersehen lassen, zur Kaiserzeit bereits gebräuchlichwaren.) 1 Unreine Wässer sind ungesund, daher soll man, z. B.wenn man sich auf Reisen befindet, das Wasser vor dem Ge-nüsse abkochen. 2
2. Salze. Das gewöhnliche Salz findet sich als festesSteinsalz (sal gemme), 3 wird aber auch aus dem Seewasserdurch Eindunsten an der Sonne gewonnen (salines), 4 sowiedurch Einkochen von Sole in großen Kesseln aus Blei (plom)und Metall; eine Art unreines ausgewittertes Seesalz ist die„spume marine". 5 Andere wohlbekannte Salze sind Nitreoder Salnitre (Natron), 6 Alaun und Federalaun (alun deplume), 7 das von Räzi gerühmte Sal ermoniac oder armoniac(d. i. Salmiak), 8 und das Salz der Aschen, das man ausder fein gesiebten Masse auszieht und zur Darstellung derLauge (lessive) verwendet. 9
3. Schwefel und Arsen. Vielfältig gebraucht wird derSchwefel, u. a. dient er zum Räuchern, sowie zur Bereitungvon Salben, z. B. einer Haarsalbe. 10 Orpiument (d. i. Auri-pigment, Operment, gelbes Schwefelarsen) heißt auch Arseniccitrin; mit Kalk vermischt ergibt es ein Mittel zum Entfernenlästiger Haare. 11
1 S. 25; s. Friedländer, a. a. O., Bd. 2, S. 65 (Leipzig 1900). 2 S. 70.3 S. 96, u. oft. 4 S. 190; älteste Nennung dieses Namens! 5 Offenbarnicht Meerschaum (Magnesiumsilicat), wie die Herausgeber meinen, sondernspuma maris, t'h>l)og &lö; des Dioskurides, sog. Salzblüte. 6 S. 25, 96.Nicht Salpeter, s. Anm. 3. 7 S. 89, 100. 8 S. 91. 9 S. 44, 87. 10 S. 88.
11 S. 87, 89, 88; das im Orient noch jetzt allgemein übliche Depilatorium.