ALDEBRANDINO DI SIENAS „REGIME DU CORPS" 241
4. Kohle entsteht beim Verbrennen der pflanzlichen undtierischen Substanzen; die beim Verbrennen des Hirschhorneszurückbleibende ist ein vortreffliches Zahnpulver. 1
5. Erden. Zu vielen medizinischen Zwecken außerordent-lich geeignet sind die Argille (d. i. weißer bis gelblicher Ton), 2der armenische Bolus (Bolarmenike), 3 die Terra sigillata(d. i. rötliche sogenannte Siegelerde), 4 und die Tierre rougearse (d.i. gebrannter roterTon, dessen „blutstillende Wirkung"sich wohl auch aus Gründen der Sympathie erklärt). 5 Hieranreiht sich der rote oder gelbrote Rötel an, sowie der blaue(seit alters her auch als höchst wirksames Heilmittel angesehene)Lapis lazuli oder Lasurstein. 6
6. Metalle. Eisen und Kupfer (arain, vom spätlatei-nischen aeramen) werden in mannigfacher Weise angewandt,und sind auch in manchen Wässern enthalten; 7 das Rouged'arain (eine nicht sicher bestimmbare Verbindung desKupfers, wohl ein Kupferoxyd?), und die Escaille de fer(d. i. Eisen-Hammerschlag) benutzt man ebenfalls, und gibtletztere in Honig oder Zuckersaft den Kranken zur Stärkung; 8eine goldglänzende Kupferlegierung scheint die Camea auraeazu sein, 9 die vielleicht als identisch mit aurichalcum (d. i.Messing, oder eine goldfarbige Bronze) anzusehen ist.
Aus Silber, jedoch auch aus Blei, verfertigt man diefeinen Röhrchen, deren sich die Ärzte so oft bedienen; 10 ausBlei (plom, vom lateinischen plumbum) macht man aber auchdie großen Kessel, in denen man z. B. Salzsole versiedet. 11Antimomum, 12 (entstellt aus Antimonium, und nicht metal-lisches, sondern Schwefel-Antimon bedeutend), ist ein ge-schätztes Heilmittel, und das nämliche gilt von der bei Augen-leiden so bewährten Tuschie 13 (= Tutia, d. i. mehr oderweniger reines Zinkoxyd), sowie vom Podien oder Spode 14
1 S. 96. 2 S. 89. 3 S. 58, u. oft. 4 S. 107. 5 S. 44.6 S. 44, 52. 7 S. 25, 26, 46, 54. 8 S. 46, 81. 9 S. 92. 10 S. 93.
11 S. 190. 12 S. 92. 13 S. 91. 14 S. 97, 107.
v. Lippmann, Abhandl, u. Vortr. II. 16