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2 (1913)
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DIE BEZEICHNUNG AMMONIAK

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in alle Welt versende. 1 Darauf, daß Nuschadir in Persien ge-wonnen wird, läßt sich ferner eine Stelle in denGoldwiesen"des arabischen Reisenden Massudi (943) beziehen; 2 die Be-kanntschaft mit diesem Stoffe war aber damals keineswegsmehr eine neue, denn nach dem großen Sammelwerke desIbn-Beithar (gest. 1248) gebrauchte schon der weltberühmtepersische Arzt Räzi (850923), ja bereits der nur als dessenVorgänger überlieferte Elscherif, den Nuschadir, 3 fernererwähnen ihn einige angeblich dem 9. Jahrhundert entstam-mende arabische Schriften, 4 sowie ein syrisch-arabischer alche-mistischer Traktat, der vermutlich der nämlichen Epoche an-gehört: in diesem ist die Rede vonAlmizadir" (=al Mizadir,al ist der arabische Artikel), von seiner Sublimation in derAludel (dieses Gerät heißt arabisch al udäl), und von seinemhierher rührenden BeinamenVogel von Chorassan" (persischeProvinz) undOberster von Armenien". 5 Der Name Almizadirfindet sich auch bei Morienes, 6 mit dem Zusätze,daß dieNatur dieses Körpers kühlend und trocken sei", was wiederumauf die ursprünglich medizinische Anwendung hinweist; in-dessen sind die Schriften dieses Autors, soweit sie überhauptals echt gelten dürfen, vermutlich nicht dem 8. oder 9. Jahr-hunderte zuzuweisen, wie man ehedem annahm, sondernfrühestens dem beginnenden 11.

Alsscharf, salzig, und kühlend" schildert den Nuschadirauch die persische Pharmakologie des Abu Mansur Muwaffakvon 975; 7 Ibn-Sina (Avicenna, 9801037) zählt ihn, seinerFlüchtigkeit wegen, zu den vierGeistern" (Schwefel, Arsen,Quecksilber, Salmiak), und verschreibt ihn in den RezeptenseinesKanons der Medizin" mehrmals als etwas offenbar

1 Wiedemann, a. a. O. (Bd. 6, S. 421). 2 Heyd, a. a. O.

8Große Zusammenstellung der Arzneimittel", übers. Sontheimer (Stutt-gart 1840; Bd. 2, S. 562; auch S. 280, 174, 230). 4 Berthelot,La chimieau moyen äge" (Paris 1893; Bd. 3, S. 49, 177, 205). 6 ebd., Bd. 2, S. 82und 186; Bd. 1, S. 160. 6De re metallica . . ." (Paris 1564; S. 19).

' s. meineAbhandl. u. Vorträge", S. 96.