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2 (1913)
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DIE BEZEICHNUNG AMMONIAK

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in die mittelalterliche und neuere europäische, sowie in diesyrisch-arabische Medizin überging. 1

DasAmnionische Salz", tilg üunaviaxbq, dessen schonHerodot gedenkt, ist ursprünglich das kristallisierte Stein-salz der Oase des Amnion, und nichts anderes als gewöhn-liches Salz verstehen darunter sämtliche folgende Autorendes Altertums, u. a. auch, was sehr bezeichnend ist, Api-cius Caelius (3. Jahrhundert n.Chr.) in seinem Kochbuche ,sowie die späteren griechischen und die frühen syrischen undarabischen Ärzte und Chemiker, z. B. noch Synesios im 4.,und Aetios im 6. nachchristlichen Jahrhunderte. 2

Von der Substanz, die wir heuteSalmiak" nennen, alsovom Chlorammonium, zeigt wohl schon Plinius eine un-bestimmte Kenntnis, wo er berichtet, daß unreines ägyptischesNitron (d. i. rohe natürliche Soda) zuweilen nach Fischbrüherieche, beim Versetzen mit Kalk einen heftigen Geruch vonsich gebe, und in verschlossenen Töpfen erhitzt werden müsse,weil es sonst verfliege. 3 Näher bekannt dürfte man aber inÄgypten auch mit dem Salmiak erst zur Zeit der Entdeckungund Ausbildung der Sublimation und Destillation geworden sein,also etwa vom 2. oder 3. Jahrhunderte n. Chr. an, und da manin dem holzarmen Lande seit jeher mit getrocknetem Miste(namentlich mit Kamelmist) zu heizen pflegte, so konnteman, besonders wo dies (wie in den öffentlichen Bädern) ingeschlossenen Kaminen mit Abzügen geschah, schon damalsden sublimierten Salmiak ebensowohl beobachten und ge-winnen, wie dies nachweislich noch tief bis in das 18. Jahr-hundert hinein erfolgte. Zugunsten dieser Hypothese sprichtes, daß der arabische Polyhistor Al-Gahiz (gest. 869) unter

1 Flückiger,Pharmakognosie des Pflanzenreiches" (Berlin 1891,S. 73); Flückiger und Hanbury,Pharmacographia" (London 1879, S.324);Wittstein,Handbuch der Pharmakognosie" (Breslau 1882, S. 24). 2 Kopp,»Geschichte der Chemie", Braunschweig 1843; Bd. III, S. 237ff. 3 s. meinei,Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften"(Leipzig 1906, S. 14).