DAS ALTER DER ERDÖL-FEUERUNG
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jene beiden, die der Kaiser Septimius Severus (193 bis211 n. Chr.) errichtete, als er (jedenfalls während der Kämpfemit seinem anfänglichen Gegenkaiser Pescennius Niger) inByzanz weilte. Die eine, die der an einer Gliederkrankheitleidende Herrscher wohl selbst benützte, lag innerhalb derStadt nahe dem kaiserlichen Palaste, und hieß anfangs„Severion", später jedoch „Zeuxippos", — was der alte Namedes Platzes war, den ein Heiligtum des Zeus Hippios und dieStatue eines die Sonnenrosse anschirrenden Apollon gezierthaben soll. Die andere, in der Folgezeit „Kaminia" geheißene,erhob sich außerhalb der Altstadt, und war ein herrlich großesund bewunderungswürdig ausgestattetes Gebäude von so un-gewöhnlicher Ausdehnung, daß täglich zweitausend Personendaselbst baden konnten. Man heizte aber diese Bäder mittels„medischen Feuers", das in gläsernen (oder tönernen) lampen-artigen Gefäßen verbrannt wurde, so daß Wasser und Luftrasch die rechte Hitze annahmen; gelegentlich eines Auf-standes zerstörte der Pöbel auch diese Thermen.
Das „medische Feuer" ist das, dem Boden der kaspischenMeeresküsten massenhaft entquellende natürliche Erdöl, dasunter diesem Namen 1 den Griechen schon in früher Zeit alsGegenstand göttlicher Verehrung bei Medern und Persern,und als Ersatz für das Brennöl der Lampen bekannt war; im2. Jahrhunderte n. Chr. wurde es offenbar schon regelmäßignach dem Westen versandt, woselbst es nicht nur zu Be-leuchtungs-, sondern auch zu Feuerungszwecken eine ver-mutlich nicht mehr vereinzelte Anwendung fand. Daß dieProduktionsländer in dieser Hinsicht schon mit dem Beispielevorausgegangen waren, ist zwar sehr wahrscheinlich, jedochzurzeit, — soweit meine Kenntnisse reichen —, nicht mitSicherheit beweisbar.
1 s. meine „Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Natur-wissenschaften" (Leipzig 1906, S. 127).
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