DAS ALTER DER ERDÖL-FEUERUNG 1
eitens eines Petroleum-Industriellen wurde mir kürz-lich die Frage vorgelegt, wann wohl das Erdöl zu-1 erst zu Feuerungszwecken verwandt worden sei?
Die früheste einschlägige Nachricht, deren ich mich ent-sinne, findet sich in einer Beschreibung Konstantinopels, dieder Curopalates (etwa = Palastverwalter) Georgios Codinosum 1400 verfaßt haben soll, und zwar unter sorgfältiger Be-nützung der alten und ältesten Quellenschriften. Wie in diesenerwähnt wird, 2 spielten bei den Byzantinern seit jeher Thermenund Volksbäder (Demosia) die nämliche wichtige Rolle, dieihnen im Leben der Römer zukam, d. h. sie waren nicht nurfür die Körperpflege und die öffentliche Gesundheit von hoherBedeutung, sondern boten auch die beste Gelegenheit zuzwanglosen Zusammenkünften und Unterhaltungen, und dientenals Mittelpunkte des gesellschaftlichen Verkehres der ge-bildeten und vornehmen Klassen; demgemäß waren viele vonihnen glänzend ausgestattet und mit herrlichem Statuen-schmucke versehen, auch wurden sie auf Staatskosten betriebenund unterhalten, und erfreuten sich geregelter Zuleitung frischenWassers durch eigene (bleierne) Rohrleitungen.
Zu den prächtigsten Thermen zählten nun, nach Codinos,
1 „Chemiker-Zeitung" 1912, S. 537. 2 Unger, „Quellen der byzan-
tinischen Kunstgeschichte" (Wien 1878, S. 275ff.).