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2 (1913)
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224 BEMERKUNGEN ZUR GESCHICHTE DER DESTILLATION USIV.

Fötus" usf. rühren, alles das habe ich (und zum Teilmeines Wissens zum ersten Male) in meinem obenerwähntenAufsatze:Chemisches und Alchemisches aus Aristoteles",dargelegt: jene Lehren sind weder späten alchemistischen,nochspagyrischen" Ursprunges (S. 58; vgl. auch S. 23),sondern griechischen. Der nämlichen Herkunft ist auch dasSchlagwortOpus mulierum" =Weiberwerk", das nicht erstdem 16. Jahrhunderte entstammt (S. 9), vielmehr alsWeiber-und Kinderwerk" andeuten sollte, wie leicht die Transmutationjedem fällt, der sie erst richtig auszuführen erlernt hat; zurKüchenkunst" steht jedoch dieser Ausdruck in keinerlei Be-ziehung, auch ist die Annahme unbegründet, dieArbeiten"des Apicius Coeliushätten jedenfalls auch pharmazeuti-schen oder phytochemischen Wert" (S. 9), denn sie beschränkensich auf das um 220 n. Chr. verfaßteKochbuch", eine Samm-lung zum Teil recht verwickelter und oft schwierig zu deutenderRezepte zur Bereitung verschiedener Speisen.

Arsenige Säure war dem Altertum nicht nurvermutlich",sondern sicherlich und wohl schon sehr frühzeitig bekannt, aberauch mit dem metallischen Arsen und seiner Sublimation, diekeineswegs erst der mythische Geber lehrte (S. 114), zeigensich die hellenistischen Chemiker durchaus vertraut; von ihnenrührt auch schon die Vergleichung der Sublimate mitBlüten"oderBlumen" her (üv!)o^ y flos), die demnach sehr viel älterist, als man gemäß S. 107 leicht mutmaßen könnte. Darauf,daß auch die Sublimation des Salmiaks, sowie die Kenntnisdieses Körpers griechischen Ursprunges ist und nicht arabischen(S. 26), wies ich schon vor längerer Zeit hin. 1 Nicht bekanntwaren jedoch Griechen und Arabern die Mineralsäuren, derenDarstellung erst gegen 1300 im Abendlande entdeckt wurde,vielmehr galt dem ganzen Altertume als schärfste und stärksteSäure der Essig; die Erzählung, Hannibal habe sich seinenWeg durch die Alpen gebahnt, indem er die Felsen in Essig

1 Chemiker-Zeitung 1909, S. 117 und S. 186.