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198 ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES
Schriften des 13. Jahrhundertes, in denen sich das Wort„Balneum Mariae" vorfindet, solche sind, deren Autoren un-zweifelhaft aus spanisch-arabischen Quellen schöpften, führtzum Schlüsse, daß dieser Terminus technicus, gleich so vielenanderen der Chemie, durch arabische Vermittlung aus Ägyptennach dem Westen gelangt sei; die Voraussetzung jedoch, daßAraber sich des Ausdruckes „Bad der Maria" bedient undihn verbreitet hätten, könnte im ersten Augenblicke als eineganz und gar ungereimte, ja völlig unzulässige erscheinen.
Hiergegen ist nun daran zu erinnern, daß Mohammedsowohl Moses wie Jesus „den Messias" als wahre undechte Gottesgesandte anerkennt, — freilich nur als Vorläuferseiner selbst, als des rechten und einzigen Propheten —, unddaher Jesus und seinem Geschlechte nicht nur nicht feindselig,sondern verehrend gegenübersteht: heißt doch die 19. Suredes Korans „Maria", und bespricht in ausführlicher Weisedie Person der Mutter Jesu und ihre Genealogie. Bei diesemAnlasse begeht Mohammed, dessen Bildung bekanntlich einesehr mäßige, und dessen (auf Kaufmannsreisen nach Syrien usf.erworbene) Kenntnisse vom Juden- und Christentume nuräußerst dürftige waren, einen Irrtum, dessen Bedeutung fürdie Geschichte der Chemie noch kein Historiker dieser Wissen-schaft bemerkt zu haben scheint: er glaubt nämlich, daß dieheilige Maria die nämliche Persönlichkeit ist wie Mariaoder Mirjam die Schwester Mosis, bezeichent Amran, denVater des Moses, auch als den ihrigen (Sure 3), und nenntdaher Jesus bald „den Sohn der Maria" (Sure 4 und 5), bald„den Sohn der Mirjam" (Sure 2). 1
Die Quelle des erwähnten Irrtumes ist in den so einfluß-reichen, in Ägypten und Vorderasien noch jahrhundertelang
1 Übersetzung des Korans von Ullmann (Bielefeld 1872), 9, 29, 38,
74, 79, 87, 253. Nach Ullmann, S. 253, war diese Verwechslung seit jeher b
einer der größten Steine des Anstoßes für die Ausleger; s. auch A. MüllersEinleitung und Erklärungen zu Fr. Riickerts Koran-Übersetzung (Frank-furt 1888; 6 und 440).