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2 (1913)
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ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES

zieht sich erst auf das hellenistische Zeitalter, in dessen Ver-lauf eine kaum glaubliche Vermengung und Verschmelzungder seit jeher zahllosen lokalen Kultformen der Isis mit jenenasiatischer und griechischer Göttinnen eintrat, 1 so daß schließ-lich Isis als identisch mit Mylitta, Astarte, Kybele, mit derDea Syria, der Göttin von Pessinus, der Mater magna, mitHera, Athene, Demeter, Hekate, Ceres, Proserpina, Dictynna,Persephone, Artemis und Selene (mit der Mondsichel in ihrenBildern), Thetis, und Aphrodite galt, usf. 2 Namentlich wichtigerscheint die Gleichsetzung der Isis mit der meerentstiegenenKypris, 3 denn durch sie wurde die Neikariq (Nilotis) zurJJüayia (Pelagia) oder Marina, 4 zur Herrin des Meeres,Schützerin der Seefahrer, und Seeherrscherin, 5 als welche mansie an sämtlichen Küsten des Mittelmeeres allgemein feierte,und auch auf Münzen verewigte, die die InschriftIsis Pe-lagia", und als Kennzeichen ein ausgespanntes Segel tragen. 6

Erwägt man nun, daß seit jeher Isis in den Tempel-laboratorien als Heilgöttin und Arzneibereiterin verehrt wurde,daß sie aber schon in älterer Zeit als Nun-t auch Göttin desElementarwassers, und später als Pelagia oder Marina Herrindes Meeres war; erwägt man weiter, daß Apulejus (um 180n. Chr.) bei der Schilderung der Isismysterien im 11. BucheseinerMetamorphosen" unter den sechs Hauptattributen derIsis ein Wassergefäß (Amphora) aufzählt (jedenfalls dasselbe,aus dem er die Neophyten mit Weihwasser besprengen sah),und daß Juvenal vornehme Frömmlerinnen Gefäße mitechtem Nilwasser zum Besprengen des Isistempels nach Rom

1 Brugsch 440ff. 2 Plutarch, a.a.O.; Apulejus,Meta-

morphosen", Hb. XI; Roscher 359ff.; Burckhardt,Die Zeit Konstantin d.Großen" (Leipzig 1898), 184ff.; Reitzenstein,Poimandres" (Leipzig 1904),257, 262, 270. 3 Roscher 494; aus ihr erklärt sich HorazllI, 26

(Reitzenstein 179). 4 Reitzenstein 179, 183; Roscher 474ff.

6 Burckhardt 189. 6 Dies erwähnt schon Schweigger in seiner

phantastischenEinleitung in die Mythologie" (Halle 1836), 308. ÜberPelagia und Euploia als Beinamen der Aphrodite bzw. Isis, s. Roscher 481und 390 (4), bzw. 485 und 482 (48); über die Münzen ebd. 485.