ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES 193
aber das uralte hieroglyphische Symbol des Wassers; 1 alsgleichwertig mit ihm kommt das Zeichen ) - ( vor, d. i. nachLepsius 2 „ein Wasserbassin", auch meldet schon Horapollo,der um 400 n. Chr. sein grundlegendes Werk ,,Hieroglyphica"schrieb, daß als Sinnbild der steigenden Nilflut drei Wasser-gefäße dienten, denen als Determinativ des ,,Neu"-Wassersein junger Vogel beigesetzt wurde und daß die Aussprachedieses Symboles „Nun" lautete, 3 — woraus sich der NamenNun-t erklärt, den die Göttin des Elementarwassers führte. 4
Bringerin der Nilflut war den alten Ägyptern Isis; daherträgt sie als solche den Beinamen „Das Wasser", „Die guteNilflut", „Nilotis", 5 und tritt u. a. in Gestalt eines weiblichenNilpferdes in einem Sternbilde auf, und in Gestalt einer nil-pferdköpfigen Göttin als Patronin des Sommermonates Epiphi,der als Wasserbringender das Zeichen ™ in seinem Symboleenthält. 6 Schon im alten Reiche verehrte man aber Isis auchals Heilgöttin und Erfinderin vieler Arzneimittel, was z. B.der medizinische „Papyrus Ebers" beweist (niedergeschriebenetwa 1550 v. Chr., auf Grund teilweise weit älterer Vorlagen),der gleich im Eingange die Isis anruft, und bei einigen Re-zepten beifügt „von Isis selbst bereitet". 7 Hingegen gehörterst einer weitaus späteren Periode Isis als Meeresgöttin, Herrinder See, und Mondgöttin an, denn sowohl das Meerwasser wieder Mond sind im Ägyptischen männlich, und können dahernicht durch eine Göttin dargestellt werden; 8 was also Diodor, 9Plinius, 10 Plutarch, 11 u. A. in dieser Hinsicht berichten, be-
1 Brugsch, a. a. O.; Abbildungen S. 27, 87, 188, 280, und im Stern-bilde des Wassermannes 346; s. Hoeferl, 259; ,,Orig." 112. 2 „Über dieGötter der vier Elemente bei den Ägyptern" (Berlin 1856), 184. 3 Hora-Pollo 1, cap. 21, ed. Leemans (Amst. 1835), 28 und 228ff.; AbbildungTafel III, Fig 40a und b, Brugsch 27. 4 Lepsius 186. 6 Roscher,,,Ausführl. Lexikon d. griech. u. röm. Mythologie" (Leipzig 1890/97); II,^ 456 (17). 6 Brugsch 317 und 335; 343; 361. ' Brugsch 409;
Woenig 364ff. 8 Lepsius 183, 216; vom Meerwasser erzählt dies schonSeneca, „Quaest. Nat." III, 14. 9 lib. I, cap. 11. 10 lib. V, cap. 56.11 „Über Isis und Osiris", cap. 34, 38, 52.
v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. II. 13