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2 (1913)
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ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES

nur im Gewände einer Hypothese erteilt werden, die auf ihreWahrscheinlichkeit zu prüfen den Fachgelehrten der ent-sprechenden Disziplinen anheimgestellt sei.

Wie schon die antiken Schriftsteller wußten, nahm manim alten Ägypten die Zubereitung von Räuchermitteln, Wohl-gerüchen, Heiltränken, Arzneien usf., ursprünglich in denTempeln vor, und diese wurden daher später auch die erstenStätten chemischer Forschung, - wovon noch die Überresteder von Mariette sowie von Dümichen in Edfu auf-gedeckten Tempel-Laboratorien Zeugnis ablegen. 1 Die be-treffenden Rezepte waren Zunftgeheimnisse, ihre VerwertungenGeheimkünste des ägyptischen Priestertums; 2 aus dessen Ge-wohnheiten und Anschauungen erklären sich auch die mysti-schen Formeln und apokalyptischen Wendungen in der Spracheder ältesten chemischen Aufzeichnungen, ferner die Traditionenvon der Übermittlung des chemischen Wissens durch Gespräche(eines göttlichen Vaters mit seinem Kinde, der Isis mit ihremSohne Horus) und von der Auffindung derheiligen" che-mischen Bücher (in Tempeln, Stelen usf.), sowie endlich dieAnwendungen gewisser Symbole zur Bezeichnung pharma-zeutischer und chemischer Gegenstände.

Aus denListen" im Kodex der Marciana und im PariserManuskripte 2327 ist zu ersehen, daß die chemischen Schrift-steller der ägyptisch-hellenistischen Periode für Wasser dasSymbol gebrauchten, und zwar wird und = anzwei Stellen mit Meerwasser ( Quldaata vSara), an einer mitWasser (vd'cou) übersetzt, während sich außerdem noch jjjfür Regenwasser (öfißpia), ^ v S wq für Wasser, und Anoru/xög für Flußwasser vorfindet. 3 Das Zeichen ===== ist

1 Woenig,Die Pflanzen im alten Ägypten" (Leipzig 1897), 372ff.

-Orig." 31, 44, 235;Introd." 200, 286. Dies erwähnt bereits Galenos,

Zusammensetzung der Arzneien" IV, 1. 3Introd." 108, 113, 114, 120,wo Faksimiles derListen" wiedergegeben sind.