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ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES
„Wörterverzeichnis der heiligen Kunst" (r ?js /so«s ts / j >rjg,d. i. der Chemie) führt Hoefer 1 auch den Ausdruck „Ther-mospodion" an; er behauptet, Thermospodion bedeute „eineArt Wasserbad", gibt aber zu, daß der alexandrinische Che-miker Zosimos (der um 300 n. Chr. schrieb) darunter ein vonder Chemikerin Maria gebrauchtes Aschenbad verstehe, 2 undmeint daher schließlich, das Aschenbad heiße nach dieserChemikerin „Bain-Marie". 3 Daß nun ein Thermospodion, wieschon dieser Namen besagt, nichts weiter als ein Aschenbadist, geht klar aus dem Kochbuche des Apicius Coelius (um222 n. Chr.) hervor, denn in diesem Werke, das durchaus diegriechische und speziell die alexandrinische Herkunft verrät,schreiben die Rezepte wiederholt vor: „pone in cinere calido"und „pone supra cinerem calidum", 4 oder „pone in thermo-spodio" und „pone supra thermospodium", 5 ja einmal werdenbeide Ausdrücke auch im nämlichen Kapitel als identisch ge-braucht. 6 Mit dem „Balneum Mariae" steht aber das Thermo-spodion in keinerlei Zusammenhang, denn, wie schon Cardanusanführt 7 und Kopp ausdrücklich bestätigt, 8 „geht erstererNamen stets nur auf das Wasserbad". Wann jedoch dieseszuerst „Balneum Mariae" benannt wurde, darüber gestehtKopp nichts zu wissen, denn während z. B. an einer Stelledes Albertus Magnus (1193—1280) nur „vas aquae bullientis"zu lesen ist, 9 erscheint in jenen Schriften des 13. Jahrhundertes,als deren Verfasser man früher den Raimund Lull undArnold von Villanova ausgab, die Bezeichnung „BalneumMariae" als eine schon wohlbekannte und keiner Erklärungbedürftigere; weil aber neben „Balneum Mariae" auch „Bal-neum maris" gesagt wird, läßt Kopp mit gewohnter Vorsicht
1 „Hist. de la Chimie" (Paris 1866), I, 258. 2 ebd. I, 270. 3 ebd. I,
285; diese Etymologie findet sich u. a. schon im „Glossarium" des Du
Cange von 1688. 4 ebd. Schuch (Heidelb. 1874), 69, 72, 74, 90.
5 ebd. 71, 73, 74, 89. 6 ebd. 74. 7 „De subtilitate" (Lyon 1554), 625.
8 „Beitr." 402ff. 9 „Beitr." 238.