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2 (1913)
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ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES

Wörterverzeichnis der heiligen Kunst" (r ?js /so«s ts / j >rjg,d. i. der Chemie) führt Hoefer 1 auch den AusdruckTher-mospodion" an; er behauptet, Thermospodion bedeuteeineArt Wasserbad", gibt aber zu, daß der alexandrinische Che-miker Zosimos (der um 300 n. Chr. schrieb) darunter ein vonder Chemikerin Maria gebrauchtes Aschenbad verstehe, 2 undmeint daher schließlich, das Aschenbad heiße nach dieserChemikerinBain-Marie". 3 Daß nun ein Thermospodion, wieschon dieser Namen besagt, nichts weiter als ein Aschenbadist, geht klar aus dem Kochbuche des Apicius Coelius (um222 n. Chr.) hervor, denn in diesem Werke, das durchaus diegriechische und speziell die alexandrinische Herkunft verrät,schreiben die Rezepte wiederholt vor:pone in cinere calido"undpone supra cinerem calidum", 4 oderpone in thermo-spodio" undpone supra thermospodium", 5 ja einmal werdenbeide Ausdrücke auch im nämlichen Kapitel als identisch ge-braucht. 6 Mit demBalneum Mariae" steht aber das Thermo-spodion in keinerlei Zusammenhang, denn, wie schon Cardanusanführt 7 und Kopp ausdrücklich bestätigt, 8geht erstererNamen stets nur auf das Wasserbad". Wann jedoch dieseszuerstBalneum Mariae" benannt wurde, darüber gestehtKopp nichts zu wissen, denn während z. B. an einer Stelledes Albertus Magnus (11931280) nurvas aquae bullientis"zu lesen ist, 9 erscheint in jenen Schriften des 13. Jahrhundertes,als deren Verfasser man früher den Raimund Lull undArnold von Villanova ausgab, die BezeichnungBalneumMariae" als eine schon wohlbekannte und keiner Erklärungbedürftigere; weil aber nebenBalneum Mariae" auchBal-neum maris" gesagt wird, läßt Kopp mit gewohnter Vorsicht

1Hist. de la Chimie" (Paris 1866), I, 258. 2 ebd. I, 270. 3 ebd. I,

285; diese Etymologie findet sich u. a. schon imGlossarium" des Du

Cange von 1688. 4 ebd. Schuch (Heidelb. 1874), 69, 72, 74, 90.

5 ebd. 71, 73, 74, 89. 6 ebd. 74. 7De subtilitate" (Lyon 1554), 625.

8Beitr." 402ff. 9Beitr." 238.