II
ZUR GESCHICHTE DES WASSERBADES 1
fürftig und unzureichend wie über die gesamten An-g üfrSfr I fänge der Chemie, sind unsere Kenntnisse auch überw&Mzdk Alter, Herkunft, und Namen eines ihrer wichtigstenund merkwürdigsten Apparate, des Wasserbades, das inden mittelalterlichen alchemistischen Schriften „BalneumMariae", im Deutschen „Marienbad", im Französischen „Bain-Marie" heißt, und analoge Benennungen auch in den übrigenromanischen Sprachen trägt.
Die älteren historischen Werke, z. B. Kopps „Geschichteder Chemie" und „Beiträge zur Geschichte der Chemie" sowieHoefers „Histoire de la Chimie", berichten, daß sich dasWasserbad und das Sand- oder Aschenbad zuerst, und zwarohne Bezeichnung durch einen besonderen Terminus technicus,im 8. oder 9. Jahrhunderte bei dem Araber Geber erwähntfänden; 3 diese Angabe bedarf aber keiner weiteren Erörterung,da, wie schon Kopp vermutete, Steinschneider bewies,und Berthelot bestätigte, die früher dem Geber zu-geschriebenen und nur in lateinischer Übersetzung bekanntenWerke in Wahrheit erst Kompilationen des ausgehenden13. Jahrhundertes sind.
Aus einem, dem 4. bis 6. Jahrhunderte entstammenden
1 „Beiträge aus der Geschichte der Chemie" (Wien und Leipzig 1908,S. 143). 2 Kopp, „Gesch. d. Chemie" (Braunschweig 1843), I, 54 und II,22; „Beitr. z. Gesch. d. Chemie" (ebd. 1869), 405.