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2 (1913)
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182
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182 ZUR GESCHICHTE DES SACCHAROME TERS; i. NACHTRAG

in denVorlesungen über Geschichte der Mathematik" bewies. 1Den gewichtigen Gründen, die Cantor gegen die früher an-genommene Lebenszeit um 400 n. Chr. geltend macht, schließtsich nun noch der an, daß Synesios (gest. 413), in deman Hypatia wegen Anfertigung einesHydroskopions" ge-richteten Briefe, von dem kleinen Apparat keineswegs als vonetwas völlig Neuem spricht, sondern ihr den Gegenstand, densie besorgen soll, als einen schon wohlbekannten kurz undsachgemäß beschreibt; dieses ist leicht verständlich, wenn derAuftrag eine der schon vor ungefähr hundert Jahren erfundenenSenkspindeln betraf, wäre aber auffällig, falls es sich um einsoeben erst seitens eines Gelehrten ausgedachtes Instrumenthandelte. Vermutlich bedurfte der kranke Synesios dieSpindel zur Beurteilung des Trinkwassers, oder vielleicht zurPrüfung des Harnes; allerdings erwähnen die mir bekanntenGeschichten der Medizin keine so frühe Anwendung einesHydroskopions (= Wasserbeschauers) zu solchem Zwecke, undauch die einschlägigen, zum Teil sehr ausführlichen Abhand-lungen spätgriechischer und byzantinischer Autoren in IdelersSammlungPhysici et medici graeci minores" 2 geben in dieserRichtung keinen Anhaltspunkt, soweit ich die für Nicht-philologen meist äußerst schwierigen Texte zu verstehen vermag.

Zum Schlüsse sei noch darauf aufmerksam gemacht, daßAl-Khazinis Werk einen neuen und sehr bedeutsamen Be-weis für meine Behauptung liefert, der Alkohol sei gar keinearabische Entdeckung, sondern eine relativ späte abend-ländische; denn wäre er, wie man immer noch allgemeinbehauptet, den Arabern schon seit dem 9. Jahrhundert be-kannt gewesen, so schiene es undenkbar, daß hervorragendeFachgelehrte von umfassendstem Wissen noch 1120 als spezi-fisch leichteste aller überhaupt vorkommenden Flüssigkeitendas Olivenöl bezeichnet hätten, dem das spezifische Gewicht0,915 zukommt, während das des Alkohols rund 0,8 beträgt.

1 Leipzig 1907, Bd. 1, S. 441. 2 Berlin 1841; zwei Bände.