Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
180
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

180 ZUR GESCHICHTE DES SACCHAROMETERS; i. NACHTRAG

Will man nun das spezifische Gewicht einer Flüssigkeitbestimmen, so läßt man die Spindel derart einsinken, daß siefrei und genau senkrecht in ihr schwebt, und liest an der Skaladie Zahl der Grade ab; um auf Grund dieser Zahl dasspezifische Gewicht zu finden, bedient man sich entweder einervon Albiruni berechneten Tabelle 1 , oder einer zweiten, nebender ersten angebrachten Skala, die unmittelbar die gesuchtenWerte ersehen läßt. Sinkt z. B. die Spindel, die im Normal-wasser 100° zeigte, in einer dichteren Lösung nur bis 88° ein,so muß sich offenbar 88 zu 100 so verhalten, wie das spezifischeGewicht des Wassers, d. i. 1, zum gesuchten der Lösung,also 88:100 = l:x, woraus sich (nach heutiger Weise in Dezi-malen berechnet) ergibt x 1,13636 . . ., oder für 100 Volum-Teile der Lösung das Gewicht 113,63636. In Albirunis Tafelfindet man für 88° die Zahl 113-J- 38 ^ angegeben, d. i. in Dezi-malen 113,63333, es ist demnach, gegenüber der genauen theo- -retischen Zahl, nur die Differenz 0,00303, also der fünfte Teilvon 1 / 60 , vorhanden, die praktisch ohne jeden Belang ist;durch Zuhilfenahme der 1 / 60 -Teile vermochte also Albiruni,auch ohne Benutzung der zu seiner Zeit noch unbekanntenDezimalbrüche, seine Tafel kurz, übersichtlich, und sehr genauzu gestalten. Sie enthält übrigens nur die Zahlen, die denGraden 50110 der Spindel entsprechen, also spezifischen Ge-wichten von 0,902 2,000, die, abgesehen vom Quecksilber,in sämtlichen vorkommenden Fällen mehr als genügen", daden spezifischen Gewichten für die leichtesten und schwerstenaller Flüssigkeiten, d. i. 0,915 für Olivenöl und 1,406 fürHonig, die Grade 108109 und 7172 der Spindel entsprechen.Folgende Tabelle enthält in der ersten Spalte die (in Dezi-malen umgerechneten) Werte für die spezifischen Gewichteverschiedener Flüssigkeiten nach Albiruni und Al-Khazini,und in der zweiten die zugehörigen neueren Bestimmungen: 2

»Vgl. S. 117. 2 S. 84.