Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
178
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

178 ZUR GESCHICHTE DES SACCHAROMETERS; i. NACHTRAG

recht schwimmt. Man nehme nunein Geschirr voll Wassers",löse darin ein Loth Salz auf, lasse das Klötzlein darinschwimmen, mache an der Stelle, bis zu der es einsinkt, einStrichlein,dazu schreibt man Eins"; dann löse man dazunoch ein zweites Loth Salz, findet so das Strichlein Zwei, undfährt in gleicher Weise fort.So Dir nun ein Salzwasser vor-kommt, und Du erfahren wolltest, wieviel es Saltz hielte, sowirffe das Instrument darein, siehe, wieweit es sich in dasWasser sencke, so wirst Du die Zahl des Inhalts darauf finden,welches wohl in Acht zu nehmen." Es handelt sich also beiSchwenter um eine Salzspindel von größter Ursprünglichkeit,und ganz unvollkommen ist auch sein Verfahren zur empi-rischen Ermittelung einer Skala, da er nicht einmal sagt (oderdieses auch gar nicht verstanden hat), daß dasGeschirr"eine bestimmte Einheit Wasser enthalten muß, z. B. 100 Loth,wenn die Spindel nachher Gewichtsprozente angeben soll.

Al-Khazini, ein arabisch schreibender Gelehrter per-sischer Herkunft, bekannt als Naturforscher von vielseitigentheoretischen und praktischen Interessen, u. a. auch als Autorgeschätzter Werke über physikalische und astronomische Instru-mente, verfaßte dieWage der Weisheit" laut eigener Angabeim Jahre 1121/1122; sie behandelt die praktische Bestimmungdes spezifischen Gewichtes fester und flüssiger Stoffe mittelsWage, Pyknometer, und Aräometer, sowie die Theorie dieserInstrumente, unter hauptsächlicher Anlehnung an Euklid(um 350 v. Chr.), Archimedes (gest. 212 v. Chr.), Menelaos(um 100 n. Chr.), Pappos (um 300 n. Chr.), und mehreresyrische und arabische Gelehrte des 9. und 10. Jahrhunderts,namentlich an den hochberühmten Abu-r-Raikan, d. i.Albiruni (um 1000 n. Chr.). 1

Auf Seite 40 beginnt der AbschnittÜber die Einrichtungdes Instrumentes zum Prüfen von Flüssigkeiten auf Leichtig-keit und Schwere, sowie die Anwendung dieses Instrumentes,1 S. über ihn meineAbhandlungen und Vorträge", Leipzig 1906, S. 97.