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2 (1913)
Entstehung
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173
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ZUR GESCHICHTE DES SÄCCHAROMETERS USW. 173

aus Lavoisiers Ausführungen um so weniger feststellen, alsdiese in geschichtlicher Hinsicht oft unzuverlässig sind. Soz. B. erzählt er 1786 auch, 1 Dutröne habe die Konzentrationkochender Zuckerlösungen neuerdings mit Hilfe des Thermo-meters festzustellen gelehrt (durch Bestimmung des Siede-punktes), während er vorher gezeigt hatte, wie die Menge desgelösten Zuckers durch eine Spindel zu ermitteln sei, nämlichaus den Graden, die man an diesempese-liqueur" beim Ein-tauchen ablesen könne. Tatsächlich hatte aber zuerst Guytonde Morveau einem befreundeten Zuckerraffineur zu Dijonim Burgundischen, der ihn um ein Hilfsmittel zur besserenKontrolle der durch seine Kocher so oft verdorbenen Sudebefragte, die Anwendung einer Spindel empfohlen; sie waraus Silberblech gefertigt, zeigte (sehr zweckmäßigerweise) dieProzente des noch in der Lösung vorhandenen Wassers (also100Zuckerprozente), und derlei Spindeln waren 1780schon nach Domingo gesandt worden, wo sie 1787 bereits inallgemeinem Gebrauche standen. 2 Neu war die Anwendungvon Spindeln aber auch 1780 längst nicht mehr, 3 hatte dochschon 1768 Baume ihre Skala nach jener abgeänderten Weiseeinzuteilen vorgeschlagen, die die Erinnerung an seinen Namennoch heutigen Tages wach erhält.

DieSpindel aus Silberblech" erinnert lebhaft an dieältesten Nachrichten, die uns betreff der Geschichte diesesInstrumentes überhaupt vorliegen. Zu diesen zählt ein Briefdes Bischofs Synesios von Kyrene (370413) an seineLehrerin Hypatia, die schöne und hochgelehrte Tochterdes Theon von Alexandria, deren greuliche Ermordung durchden, vom fanatischen und unwissenden Patriarchen Kyrillosaufgehetzten städtischen Pöbel, ihr, wäre sie Christin gewesen,

1Oeuvres", Paris 1868; Bd. 4, S. 478. a s. meinen AufsatzDie

Zuckerindustrie um 1830" in derZeitschrift des Vereins der Deutschen

Zuckerindustrie", 1899, Bd. 49, S. 579. 3 Eine Anzahl Belege s. beiBeckmann, a. a. O.