172 ZJ JR GESCHICHTE DES SACCHAROMETERS USW.
hierüber folgendes: 1 „Saccharometer ist ein hydrostatischesWerkzeug, das mit der Salzspindel viel Ähnlichkeit hat,aber weit zusammengesetzter ist. Es dient dazu, die Schwereder Würze, den Gehalt und die Stärke des Bieres zu unter-suchen, und wird als eine Art von Senkwage angewandt. DerErfinder dieses Werkzeuges ist Johann Richardson inEngland, der es 1784 bekannt machte; s. „Allgemeine Literatur-Zeitung", Jena 1788, Nr. 281b, und Halles „FortgesetzteMagie", 1789, Bd. 2, S. 216."
Was die hier erwähnte „Salzspindel" betrifft, so bedarfderen Geschichte noch selbst der Aufklärung. Nach Beck-manns „Beiträgen zur Geschichte der Erfindungen" beschreibtsie zuerst J. Thölde (der Herausgeber der angeblich vonBasilius Valentinus verfaßten Schriften) in seiner 1603 zuLeipzig, nach anderen zu Eisleben erschienenen „Haligraphia",jedoch nur oberflächlich und sichtlich nicht als neu; 2 angeb-lich sollen auch Spindeln zur Bestimmung der „Salzprozente"schon in dem um 1600 verfaßten „Mundus Mathematicus"von Des Chales erwähnt sein, sowie in den „Mathematischenund Philosophischen Erquickstunden" von Schwenter (1585bis 1636), welches letztere Werk in Nürnberg 1636, erst nachdes Verfassers Tode, erschienen ist. 3 Die Salinen in Lothringenund Burgund, die nach Angaben Le Grand d' Aussys bereitsim 16. Jahrhundert in eifrigem Betriebe standen, 4 benutzten,wie Lavoisier 1777 berichtet, 5 schon seit alter Zeit eineSpindel (pese-liqueur), deren Grade je einem Prozente Salzentsprachen, was Lavoisier so zweckmäßig fand, daß eranaloge Instrumente auch in die Salpeterfabrikation ein-führte. Wie weit aber diese „alte Zeit" zurückreicht, läßt sich
1 Bd. VI, S. 1. 2 „Beiträge" (Leipzig 1799, Bd. 4, S. 249); s. meine„Geschichte des Zuckers" (Leipzig 1890, S. 140). 3 Beide Bücher habe ichselbst nicht gesehen; ebensowenig Thöldes oder Thöldens „Haligraphia".4 Vgl. meine „Geschichte des Zuckers", S. 228; s. auch Palissys „Discours"von 1580, sowie Baccius „De Thermis" (Venedig 1571, S.283.) 5 „Oeuvres",Paris 1892; Bd. 5, S. 427.